Türkei: 11.480 ByLock-Nutzer wider Willen


Lange Zeit wurden Personen verdächtigt, die die Messenger-App ByLock auf ihren Smartphones hatten, mit der Gülenisten und Putschisten untereinander kommunizierten. Doch die Oberstaatsanwaltschaft in Ankara hat nach Ermittlungen festgestellt, dass die App bei 11.480 Personen gegen ihren Willen installiert wurde. Besser gesagt: Bei der türkischen Regulationsbehörde für Informationstechnik und Kommunikation (BTK) wird es so angezeigt, als ob man die App heruntergeladen hätte, obwohl sie nicht auf dem Smartphone erscheint. Die Staatsanwaltschaft wird zu Anfang die Freilassung von 1.000 Personen beantragen, bei denen keine anderen Beweise vorliegen.

Der Hauptverdächtige ist Kemalettin Cengiz Erbakirci, ein ehemaliger Mitarbeiter der Türkischen Anstalt für Wissenschaftliche und Technologische Forschung (TÜBITAK), der vier Tage nach dem gescheiterten Putschversuch ins Ausland geflohen ist. Erbakirci entwickelte die App 'Mor Beyin', mit der die Nutzer zur Messenger-App ByLock weitergeleitet wurden - gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen. Gegen Erbakirci wurden Ermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Gülen-Sekte dies bewusst gemacht hat, um die hochrangigen Gülenisten zu schützen und die türkische Justiz zu täuschen. Deshalb wurden auch Unschuldige inhaftiert und einige Politiker aus den Oppositionsparteien verdächtigt, Mitglied der Gülen-Sekte zu sein.


UNT

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