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Es werden Posts vom September, 2017 angezeigt.

Türkei: Entschädigung für Familie Okkir

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Im Juni 2007 wurde der türkische Unternehmer Kuddusi Okkir mit fingierten Beweismitteln im Ergenekon-Prozess verhaftet. Wie viele andere Unternehmer auch war er der Gülen-Sekte im Staat ein Dorn im Auge und musste beseitigt werden. Sie beschuldigten ihn, die Geldkasse der erfundenen Untergrundorganisation "Ergenekon" zu sein. Obwohl er während der Haft an Krebs litt, wurde Okkir nur fünf Tage vor seinem Tod am 6. Juli 2008 aus der Haft entlassen.
Nun hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das türkische Justizministerium zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 95.000 Euro verurteilt. Gerechtigkeit ist das nicht, während viele Verantwortliche ihre Freiheit genießen. Der dafür verantwortliche Staatsanwalt Zekeriya Öz genießt übrigens in Deutschland Asyl.
UNT
Turgay Adalet

Türkei: Kindesmissbrauch durch Gülen-Sekte vertuscht

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ERZURUM.
Wir schreiben das Jahr 2007. Die damals 15 Jahre alte S.Ö. zeigt 84 Personen mit Namen an, die sie vergewaltigt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf. Doch als rauskommt, dass unter den Tätern auch Fethullah Gülens Bruder Seyfullah Gülen und sein Neffe sind, schaltet sich der damalige Gouverneur Celalettin Güvenc ein. Güvenc sieht den Fall als Komplott gegen Fethullah Gülen an und droht dem Direktor des Heims. Der Direktor Faruk Ilhan musste alle Akten über den Fall S.Ö. an ihn aushändigen und alle Daten vom PC löschen. Heute ist er AKP-Abgeordneter von Kahramanmaras.

Zu jener Zeit war die Polizei und Justiz fest in der Hand der Gülenisten. Der Fall wird unter den Teppich gekehrt, das Opfer als Lügnerin diffamiert, Freispruch für 9 Täter und die Ermittlungen gegen 75 weitere Personen werden eingestellt. Bis 2014, also nach dem Bruch zwischen der Gülen-Sekte und der AKP-Regierung. Der Fall wird neu aufgerollt und in der 198-seitigen Anklageschrift taucht ne…

Türkei: Autor Emrah Serbes tötet Vater und Tochter

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Der berühmte Autor und Gezi-Aktivist Emrah Serbes, der auch mehrmals von deutschen Medien interviewt wurde, hat am Donnerstag auf Twitter einen Brief veröffentlicht. Vor einer Woche kamen bei einem Autounfall in Izmir Ayhan Özcelik (59) und seine 16-jährige Tochter Zeynep ums Leben. Die Mutter ist schwerverletzt. Nach seiner Erläuterung habe sein Freund Kenan Dogru die Schuld auf sich genommen, weil er in dem Moment unter Schock gestanden habe. Doch diese Version der Geschichte ist für viele nicht glaubwürdig, weil die Familie Özcelik einen Tag vor diesem "Geständnis" von der Staatsanwaltschaft die Aufnahmen der Überwachungskameras gefordert hat. Außerdem hatte die Staatsanwaltschaft vor zwei Tagen Ermittlungen eingeleitet, weil sie Verdacht schöpfte, dass Kenan Dogru nicht der Fahrer war. Der Fahrer Emrah Serbes stand wahrscheinlich unter Alkoholeinfluss und wollte damit einer höheren Strafe entkommen. Nun kann ihm das auch nicht mehr nachgewiesen werden. Deshalb ist sein G…

Türkei war immer Schutzmacht

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Gestern Abend waren die Straßen in Erbil nicht nur mit kurdischen Flaggen, sondern auch mit israelischen Flaggen geschmückt, nur weil Israel als einziger Staat seine Unterstützung zugesagt hat.
Als Saddam die Kurden massakrierte, flüchteten 450.000 Kurden an die türkische Grenze. 50.000 konnten damals aufgenommen werden und wurden 4 Jahre lang in Lagern versorgt. Auch, die die nicht aufgenommen werden konnten, standen unter dem Schutz des türkischen Militärs. Warum erinnert man sich in diesen Tagen nicht mehr daran? Ich hoffe, dass so ein Massaker nie wieder geschieht. Doch wenn es dazu kommen sollte, wäre ich stolz auf mein Land, wenn sie den Kurden wieder Schutz bietet. Und das wird sie mit Sicherheit.
UNT
Turgay Adalet

Türkei: Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates

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Unter Vorsitz des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan kam am Freitag der Nationale Sicherheitsrat zusammen. Der kritische Gipfel dauerte drei Stunden. Die Botschaft an Barzanis Vorhaben im Nordirak ist eindeutig:

"Wenn das Referendum trotz der Warnungen stattfindet, behält sich die Türkei die Rechte vor, die sich aus bilateralen und internationalen Verträgen ergeben."

Dazu hatte ich vorgestern einen Beitrag geteilt. Eine militärische Intervention wird nicht ausgeschlossen.

UNT
Turgay Adalet

Türkei: Orouba Barakat ermordet

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Die syrische Aktivistin Orouba Barakat, die seit 1977 im Exil lebte, wurde mit ihrer Tochter Halla in Istanbul ermordet. Nach ersten Untersuchungen wurde festgestellt, dass Mutter und Tochter vor 2-3 Tagen in ihrer Wohnung in Üsküdar erwürgt und erstochen wurden. Halla Barakat hat dieses Jahr ihr Studium abgeschlossen und arbeitete als Journalistin. Orouba Barakat berichtete über die Verbrechen in syrischen Gefängnissen. Deshalb erhielten sie Drohungen vom syrischen Geheimdienst El-Muhaberat.

Uns trifft die Nachricht besonders schwer, da Halla Barakat mit unserem Teammitglied befreundet war und diesen Sommer ihr Studium abgeschlossen hat. Sie haben gemeinsam gelernt und zuletzt wollte sie die Bücher wieder zurückgeben. Halla erzählte auch von den Drohungen durch Assads Geheimdienst.

UNT
Turgay Adalet

Türkei: Referendum im Nordirak

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Am kommenden Montag bereitet sich die kurdische Autonomieregion im Nordirak unter Barzani auf ein Unabhängigkeitsreferendum vor. In den vergangenen Tagen hat bis jetzt nur Israel ihre Unterstützung zugesagt. Ansonsten sind sich (fast) alle Staaten einig darüber, dass ein einseitig beschlossenes Referendum weitere Konflikte in der Region verursachen wird. Am Mittwoch stellte sich auch Federica Mogherini, hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, gegen dieses Vorhaben. Die territoriale Integrität Iraks müsse gewahrt werden.
In der Türkei entfachte währenddessen die Diskussion über das Interventionsrecht der Türkei bei einer möglichen Störung der territorialen Integrität Iraks. Politiker und Historiker verweisen dabei auf den Vertrag von Ankara, der im Jahr 1926 zwischen der Türkei, Großbritannien und Irak geschlossen wurde. Damals akzeptierte die Türkei den Vertrag nur unter der Bedingung, dass die territoriale Integrität Iraks nicht gestört werde. Andernfalls darf die…