Neues Gleichgewicht in Syrien?



Seitdem eine Zusammenarbeit zwischen der Türkei, Iran und Russland in letzter Zeit immer mehr in den Vordergrund tritt, hat das Assad-Regime zum ersten Mal die YPG bombardiert, die der syrische Ableger der in der Türkei aktiven Terrororganisation PKK ist.
Der Iran hatte die eigene Luftwaffenbasis im Kampf gegen die Terrormiliz DAESH russischen Kampfjets geöffnet und sein Vorgehen gegen den iranischen Arm der PKK PJAK verschärft. Ankara hingegen hat anders als zuvor nichts dagegen, wenn Assad in der Übergangszeit regiert. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich ein neues Gleichgewicht in Syrien bildet.
Der türkische Ministerpräsident sagte vor einigen Tagen, dass die Krise in Syrien als Terror auf die Türkei zurückkomme. Ob wir wollen oder nicht, Assad sei ein Akteur. Diese Worte zeigen eine Abkehr vor der bisherigen Syrien-Politik. Die Priorität sei nicht mehr die Zukunft von Assad, sondern die Integrität Syriens.
Nach Erdogans Besuch in St. Petersburg am 9. August, war Putins erste Station Iran, wo er seinen iranischen Amtskollegen Ruhani traf. Danach reiste der iranische Außenminister Zarif nach Ankara. Sechs Tage später besuchte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Teheran. Bei diesen Treffen stand die territoriale Integrität Syriens an erster Stelle.
Die Unterstützung der PYD durch die USA hat das Misstrauen in Ankara mit der Zeit weiter bestärkt. Denn die PYD kooperiert mit der Terrororganisation PKK, die schon seit über 30 Jahren eine Bedrohung für die Türkei ist.
Oppositionelle Kommandanten in Syrien berichten auch davon, dass sie mit der Anti-Daesh-Koalition und mit der Unterstützung der Türkei Dscharablus und Mare von der Daesh säubern werden.
Nach der Annäherung zwischen Iran und Russland, haben Assads Soldaten zum ersten Mal die YPG in al-Hasaka tagelang bombardiert. Die Zusammenarbeit zwischen Türkei, Russland und Iran stört die YPG-Führung.

Auch die Haltung Irans zum iranischen Arm der PKK PJAK hat sich in den letzten Monaten geändert. Die verhängten Todesstrafen gegen PJAK-Terroristen wurde nach dem Waffenstillstand 2011 ausgesetzt. Doch am Tag des Treffens zwischen Erdogan und Putin wurde eine Todesstrafe gegen ein PJAK-Mitglied vollstreckt. Die Operationen gegen PJAK dauern an.

Turgay Adalet

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