Flüchtlinge in der Türkei



Die unberechtigte Kritik an Merkels Türkei-Politik zeigt uns, dass es den Kritikern nicht um die Flüchtlinge geht, die seit Jahren in der Türkei leben und ein Teil der dortigen Gesellschaft geworden sind.
Selbst Migrantenkinder, die in Deutschland geboren wurden, werden immer noch nicht akzeptiert. Egal, ob man die Karriereleiter nach oben gestiegen ist, in den Augen vieler "Einheimischer" sind und bleiben wir die Kinder von Gastarbeitern. 
Sobald der Türke seine Meinung kundtut und sich gegen die mediale Hetze gegen sein Heimatland auf jeder Plattform wehrt, wird er von vielen Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft aufgefordert, Deutschland zu verlassen. 
Sobald alles nach Plan läuft, werden wir freiwillig dieses Land verlassen, wo wir mal willkommen mal unerwünscht sind.
Über den Zeitpunkt der endgültigen Rückkehr entscheiden immer noch wir und nicht sie. 
Der Türke soll zu NSU-Morden schweigen.
Der Türke soll zu Ungerechtigkeiten schweigen.
Der Türkei soll sich mit Schweigen anpassen, aber sobald der Türke aufrichtig für seine und die Rechte anderer Migranten kämpft, ist er der unerwünschte Türke. 

Wir werden nicht schweigen, wenn unsere Ehre und Würde verletzt wird.
Wir werden nicht schweigen, während unser Land von Terrororganisationen bedroht wird und diese von europäischen Medien verharmlost werden. 
Bei uns sind alle Flüchtlinge willkommen, die in erster Linie für uns Menschen sind und keine Ware, aber ihre Menschlichkeit haben sie im Mittelmeer versenkt.
Sie treten die Menschenrechte mit Füßen, nicht die Türkei.

Wir sollten uns mit Merkel solidarisieren, auch wenn sie Fehler macht. Das hat sie verdient und meiner Meinung nach ist sie zurzeit die aufrichtigste Politikerin in Europa!

Turgay Adalet - 12.04.2016

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