Die mediale Genozid-Lüge



In den 1890ern vermehrten sich in den europäischen insbesondere in den englischen Zeitungen Schriften gegen das Osmanische Reich. Zu den griechischen und bulgarischen Kampagnen kamen die armenischen hinzu.
Unter dem liberalen Premierminister William Ewart Gladstone wurden proarmenische und contra-osmanische Schriften zu einer Massenpolitik, die er als Wahlpropaganda für seine Partei ausnutzte.
Die Geschehnisse in den osmanischen Provinzen wurden von ausländischen Reportern mal als „Massaker an Armeniern“ mal als „Massaker an Christen“ verkauft, die wiederum von den Regierungen als Propagandawerkzeuge benutzt wurden, um die öffentliche Meinung im In- und Ausland zu beeinflussen.
Kommt euch bekannt vor: So wie die Bekämpfung der Terrororganisation PKK als „Massaker an Kurden“ deklariert wird.
Schon damals haben englische Politiker die nationalen Medien für die armenische Angelegenheit instrumentalisiert.
In diesem Beitrag interessiert uns die damalige Berichterstattung der 'The Daily News' und der 1889 in London gegründeten armenischen Zeitung Armenia.

Der englische Premier Gladstone kooperierte eng mit Agopyan, dem Vorsitzenden des Bundes der armenischen Patrioten mit Sitz in London, und bestimmte die Schlagzeilen und Kolumnen der Zeitungen u.a. von Daily News.
Die Berichte von Daily News haben die in Anatolien lebenden Armenier zu Aufständen angestachelt. Doch die erfundenen Nachrichten wurden von den in der Region lebenden diplomatischen Vertretern der europäischen Staaten mehrmals dementiert.
Der englische Konsul G.P. Devey in Van schrieb dem englischen Botschafter William Arthur White am 12. Januar 1891, dass die in der Zeitung Daily News veröffentlichten Telegraphien und Nachrichten nicht der Wahrheit entsprechen. Außerdem sei es absurd, dass die Kurden die osmanische Führung bedrohten und in ihrer Region ihre eigenen Gesetze verabschiedeten.
Außerdem wurde mehrmals in der DN behauptet, dass die nach dem Osmanisch-Russischen Krieg vereinbarten Reformen für die Armenier nicht umgesetzt wurden.
Charles Hampson, englischer Konsul in Erzurum, war kein Freund der Türken, aber in einem Bericht vom 23. Mai 1891 wurde das Gegenteil festgehalten. In den vorherigen Berichten wurden negative Entwicklungen festgestellt.
Am 28. Juni 1892 schrieb DN, dass die armenische Gemeinde in London den britischen Premier Robert Gascoyne-Cecil Salisbury darum bat, als Vermittler zu agieren, damit die von Armeniern bewohnten Provinzen vereint werden und ein armenischer Gouverneur die Führung übernehmen soll. Auf Anfrage des Osmanischen Reiches wurde auch diese Behauptung dementiert.
Dazu sagte der englische Botschafter in Istanbul Philip Currie, dass es ein Fehler sei, wenn die Armenier bezüglich einer Autonomie auf Unterstützung aus England hoffen.

Der armenische Schriftsteller Minas Tscheras, der in Istanbul auf die Welt kam und 1878 als Sekretär des Patriarchen Nerses II. Varjapetian die armenische Delegation zum Berliner Kongress begleitete, gab in London die Zeitung L’Armenie-Armenia heraus. Die Inhalte seiner Zeitung richteten sich nicht an die Armenier, sondern an die Europäer.
In der ersten Ausgabe vom 15. November 1889 schrieb er, dass die Armenier auf osmanischem Boden massakriert, ausgeraubt und unterdrückt werden, obwohl er keine Belege dafür vorweisen konnte.

Einer der wichtigsten Vorfälle, die die Armenier als Propagandamittel verwendet haben, war zweifellos die Kumkapi-Demonstration. Die Hintschaks meinten, dass sie diese Demonstration, ohne Waffen nur für Gerechtigkeit durchgeführt haben.
Doch am 27. Juli 1890 wurde die armenische Patriarchatskirche in Kumkapi/Istanbul von bewaffneten armenischen Komitees gestürmt und das Zimmer des armenischen Patriarchen Horen Asikyan besetzt, der gute Beziehungen zu Sultan Abdülhamid pflegte. Bei den Auseinandersetzungen kamen armenische Terroristen und osmanische Sicherheitskräfte ums Leben.
Trotz der einseitigen Berichte der Zeitung Armenia konnte das Parlament des Vereinigten Königreichs nicht unter Druck gesetzt werden. James Ferguson, Sekretär im Außenministerium, beschuldigte die armenischen Komitees für die Vorfälle.

Tscheras, Herausgeber der Zeitung Armenia, verwendete daher nicht mehr den Ausdruck „Massaker an Armenier“, sondern „Massaker an Christen“, um die Europäer zu manipulieren. Die Propagandamaschine lief auf Hochtouren.
Bei der Zählung der in Anatolien umgekommenen Menschen verlor er mit der Zeit den Realitätssinn. Denn die Zahl der angegebenen Toten überstieg die Zahl der im Osmanischen Reich lebenden Armenier.


Turgay Adalet – Melahat Kemal

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