Schlag gegen Pressefreiheit? Netzwerk!




Ein Medienorgan eines Netzwerks, das seit Jahrzehnten Staatsorgane unterwandert hat. Also schon vor der AKP.
“Zaman” hat mit Staatsanwälten und Polizeichefs kooperiert, die mit fingierten Beweisen das Leben vieler Menschen u.a. von Mitgliedern des Militärs zerstört haben.

In der Vergangenheit hatte ich etliche Beiträge über dieses Netzwerk verfasst. Dann kam immer wieder die kritische Frage, warum die Regierung damals unter Erdogan mit ihnen kooperierte.
Woher hätten sie wissen können, dass Gülens Staatsanwälte und Polizeichefs mit fingierten Beweisen gegen das Militär vorgingen, dessen Weste aufgrund der vergangenen Putsche nicht gerade glänzte?
Dann müssen sich die Kritiker die Frage gefallen lassen, warum ihre Politiker und Journalisten heute mit Gülens Netzwerk Hand in Hand gehen, obwohl sie alle wissen, wie gefährlich sie für die nationale Sicherheit der Türkei sind? Der Staatsanwalt Zekeriya Öz befindet sich heute immer noch auf der Flucht und der ehemalige Chefredakteur von "Zaman" Ekrem Dumanli lebt nicht mehr in der Türkei. Warum?

Selbst der ehemalige Generalstabschef Ilker Basbug, der 26 Monate unrechtmäßig im Gefängnis saß -Erdogan war dagegen- , bezeichnete die Operation vom 17.12.2013 als Putschversuch, auch wenn Korruption mit ihm Spiel war. Denn das Gülen-Netzwerk habe nie die Mission gehabt, Korruption zu bekämpfen, weil sie auch keine weiße Weste trage.
Hier in der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet: http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/turkiye/490211/ilker_Basbug__17_Aralik_darbe_girisimidir.html

Auch wenn die Liberalen den Schritt der Justiz anprangern, werden sie eines Tages dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan dafür danken, dass er mit allem Risiko den Kampf gegen dieses Netzwerk aufgenommen hat.
Die vernünftigen Regierungskritiker begrüßen diesen Schachzug, den man nicht als Rachezug bezeichnen sollte. Denn die nationale Sicherheit kann nur mit dem Kampf gegen dieses Netzwerk gewährleistet werden. 

Turgay Adalet - 04.03.2016

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