Brüssel: Chronologie des Versagens




Die Türkei hatte einen der Attentäter von Brüssel in Gaziantep im Juni 2015 gefasst und an Belgien ausgehändigt, weil er belgischer Staatsbürger ist und nicht wie Flüchtlingsgegner behaupten ein Flüchtling. Also ein in Belgien aufgewachsener Migrant mit belgischem Pass wie auf unserem Schaubild zu sehen ist.

Nachdem der türkische Staatspräsident Erdogan dieses wichtige Detail in seiner gestrigen Rede mit der Öffentlichkeit geteilt hat, ging der belgische Justizminister Geens in die Defensive und wies die Vorwürfe zurück. Mit einem Haken: Der Attentäter El Bakraoui war wie seine Komplizen auch polizeibekannt, aber da er "nicht in terroristische Aktivitäten in Belgien verwickelt" war, wurde er entlassen. Und das, obwohl die belgische Botschaft darüber informiert wurde, dass er ein "ausländischer Terrorkämpfer" sei.
Sie wussten es, aber am Ende möchte keiner von ihnen etwas gewusst haben.
Nun haben der belgische Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens ihren Rücktritt angeboten, der vom Premier Charles Michel abgelehnt wurde. Ein Geständnis ihres Versagens mit fatalen Folgen?

In der israelischen Zeitung Haaretz erschien ein Artikel, der Erdogans Aussagen noch einmal untermauert, in dem berichtet wird, dass der belgische Geheimdienst vor Anschlägen konkrete Warnungen erhalten habe.
http://www.haaretz.com/world-news/1.710572



Turgay Adalet - 24.03.2016

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