Fatwa ist nicht in der Verfassung verankert


Die türkische Religionsbehörde (Diyanet):
"Verlobte Paare sollten weder flirten noch zusammenleben, Händchen halten oder sich derart nahe kommen, dass sie Anlass zu Klatsch und Tratsch geben."
Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Verlobte sich treffen, um sich besser kennenzulernen. 

Die Türkei-Korrespondenten Hasnain Kazim und Deniz Yücel erzählen die Geschichte so, als ob der Staat verlobte Paare bestrafen würde, wenn sie sich nicht an die Empfehlungen der Religionsbehörde halten.
Dem ist aber nicht so. 
Wer hält sich schon an die katholische Kirche, die die Verwendung von Verhütungsmitteln und Geschlechtsverkehr vor der Ehe untersagt?

Wenn man weiterdenkt, möchte die Religionsbehörde doch nichts Schlimmes:
Wer wird bei einer möglichen Verlobungsauflösung in der Gemeinde verpönt?
Das Mädchen.
An wen wird also gedacht?
An den Ruf des Mädchens.
Ist das negativ?

Schaut man sich den westlichen Lebensstil vieler Türken in der Türkei an, so kann eine Fatwa ihr Leben und Verhalten nicht verändern. 

Außerdem soll im Islam nicht nur die Frau ihre Ehre wahren.
Männer sind genauso dazu verpflichtet, aber diesen Eindruck bekommt die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland nicht, weil sie selten auf solche Männer trifft. Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof fühlen sie sich auch noch in ihrem Vorurteil bestätigt, wobei ich eine gerechte Strafe für die Übeltäter fordere.
Wenn es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handelt, so kann ich die Empörung darüber verstehen. Sie flüchten aus ihren Ländern, wo Frauen im Krieg systematisch vergewaltigt werden, aber hier handeln sie wie die letzten Bestien.
Da steigt mir das Blut in den Kopf und kann solche Missetaten nicht relativieren. 

Und die wahren Muslime leiden darunter.
Viel wichtiger natürlich die Frauen. 

Turgay Adalet - 05.01.2016

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