"Wählt 550 nationale und einheimische Abgeordnete"



“Ihr gebt hier und heute denjenigen die richtige Antwort, die unsere tausendjährige Bruderschaft mit ethnischen und konfessionellen Provokationen zerstören und uns gegeneinander aufwiegeln wollen.
Wir haben kein Kurdenproblem, sondern ein PKK-Problem in diesem Land.
Deshalb bitte ich euch 550 nationale und einheimische Abgeordnete ins Parlament zu wählen. Wer sich mit der Nationalflagge verbunden fühlt, ist national und einheimisch“, appellierte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan an die Wähler am Sonntag auf der Kundgebung gegen den anhaltenden Terrorismus in der Türkei.

Wie kann man diese Worte verzerrt interpretieren?
HDP-Abgeordnete wie Idris Baluken und seine Parteikollegen reagierten allergisch auf die Begriffe „national“ und „einheimisch“.
Sie stellten sich die Fragen, welche Abgeordneten in diese Kategorie gehören. Was für eine Frage. Wer trauert denn den PKK-Terroristen nach? Wer setzt Rassismus mit der türkischen Nationalflagge gleich? Wer streitet die Tatsache, dass die PKK eine Terrororganisation ist, vehement ab? Welche Abgeordneten wollten die gestrigen Militäroperationen in der Provinz Sirnak gegen die PKK verhindern? Eure Politiker und die meisten Anhänger von euch. Wie national und einheimisch seid ihr also?
Dürfte ein Politiker mit Migrationshintergrund in Deutschland Sympathie für eine Terrororganisation empfinden? Dürfte er Anschläge gegen deutsche Sicherheitskräfte rechtfertigen? Dürfte er die deutsche Nationalflagge als Auslöser für den Rassismus nennen?

Wenn wir als Kinder von Migrantenfamilien lediglich die deutschen Medien kritisieren, fordert man uns dazu auf, das Land zu verlassen. Aber ihr kritisiert nicht nur das System in der Türkei. Zum einen fühlt ihr euch nicht mit dem türkischen Staat verbunden, der euch die Möglichkeit gibt, legale Politik zu betreiben, wobei ihr nicht einmal das hinbekommt. Die Waffen und Raketenwerfer in den HDP-Büros sind mit einer der Gründe für diese Erkenntnis. Zum anderen hegt ihr einen (latenten) Hass gegenüber den türkischen Sicherheitskräften, die eure „Freiheitskämpfer“ (Terroristen) bekämpfen.

Die Verwendung dieser Begriffe ist also nicht auf eure Nationalität bezogen, sondern auf eure Gesinnung, die sich gegen die Türkei und ihre nationalen Werte richtet.
Wir haben genug kurdische Politiker und Freunde, die das Land mehr lieben als diejenigen, die sich Türken nennen.

Die türkische Tageszeitung Hürriyet (Dogan-Medien) mit ihrem Slogan auf der Titelseite „Türkei den Türken“ können in dieser Hinsicht keinem Rassismus und Diskriminierung vorwerfen, die früher mit ihren Berichten erreichten, dass der kurdische Sänger Ahmet Kaya ins Exil nach Paris floh.

Die Türkei gehört denjenigen, die beim türkischen Befreiungskrieg Seite an Seite gegen die Imperialisten gekämpft haben und ihren Enkeln, die mit derselben Einstellung heute Hand in Hand laufen. Den Kurden und Türken und allen anderen Völkern, die das Land und die Flagge achten und lieben.
Wenn ihr euch also nicht national und einheimisch fühlt, braucht ihr euch auch nicht diskriminiert zu fühlen, weil ihr euch selbst ausgrenzt.

Haluk Koc, Sprecher der Oppositionspartei CHP, erwartet auch von der HDP, sich klar gegen den Terror und die Terrororganisation PKK zu positionieren. Ist er jetzt auch ein Faschist? Bei den Wahlen habt ihr ja kooperiert.

Die Entscheidung überlassen wir euch:
Entweder seid ihr auf der Seite der Türkei und damit national und einheimisch.
Oder aber ihr entscheidet euch für eine Terrororganisation, die ihr als Freiheitsbewegung bezeichnet.

Turgay Adalet – 22.09.2015

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