Pressefreiheit im kurdischen Nordsyrien



Die PYD (Demokratische Vereinigungspartei) hat den kurdischen Sender „Rudaw TV" in ihren Regionen  mit der Begründung, dass der oppositionelle Sender Feindseligkeit innerhalb der Kurden provoziere, verboten und die Journalisten verjagt.
Außerdem habe Rudaw mit ihren Berichten Gewalt verherrlicht und Vorurteile verbreitet. Sind ja auch zwei Fremdwörter für die Schwesterpartei der PKK!

Wie war das nochmal?
Die PYD möchte mit ihrer Volksverteidigungseinheit (YPG) eine neue Demokratie im Nahen Osten schaffen, während andere Terrororganisationen einen Scharia-Staat anstreben?!

Weder kann die PYD eine freiheitlich-demokratische Grundordnung errichten, noch möchten die anderen einen Staat mit Scharia-Gesetzen gründen. Denn mit diesen Gesetzen müssten sie aufgrund ihrer Gräueltaten am Galgen hängen und nicht die Andersdenkenden (-gläubigen).

Wie dem auch sei, in der deutschen Presse konnten wir von diesem massiven Eingriff in die Pressefreiheit nichts lesen, aber wenn türkische/kurdische Journalisten Terrorpropaganda betreiben und ihnen deshalb eine mehrjährige Haft droht, verhalten sie sich wie die einzigen vorbildlichen Gesetzeshüter.
Solange die Erträge aus den Waffenlieferungen an die PYD für Deutschland stimmen, sind alle Gesetzesbrüche des Partners demokratisch - wie bei den Waffengeschäften mit Saudi-Arabien.

Die Begründung ist ja, dass Rudaw TV die Feindseligkeit innerhalb der kurdischen Nation provoziert habe.
Nach dieser Logik gehören so einige Zeitungen in der Türkei verboten, weil sie mit ihrer Berichterstattung einen Keil zwischen Türken und Kurden treiben und damit den Frieden und die Ordnung in der Gesellschaft gefährden.
Die Türkei ist kein Mini-China, aber die PYD ist auf dem besten Weg in die absolute Diktatur.

Turgay Adalet - 06.08.2015


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