Massaker von Srebrenica - Wider das Vergessen!


Der Juli 1995 war alles andere als sommerlich.


Großbritannien wirbt im UN-Sicherheitsrat anlässlich des 20. Jahrestags des Massakers in Srebrenica für eine Resolution, die das Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg scharf verurteilt.

Wow!

Was bringt eine solche "Geste", wenn man die Menschen nicht beschützt hat, obwohl man dazu in der Lage gewesen wäre?


"Die Serben sagten uns, dass sie sich an euch Türken gerächt hätten.  Wir sind eure Waisenkinder, bitte vergesst uns nicht."


Der Juli 1995 war alles andere als sommerlich.

Srebrenica ist müde, verletzt und still. 

Die Frieden hörte auf, als der Nachbar seine Nachbarn als Tiere ansah, die seinen Garten beschmutzten. Die systematische Jagd auf Muslime konnte beginnen. 


Vor 20 Jahren wurde Europa Zeuge eines Verbrechens, das man bis dahin nur in den Geschichtsbüchern mit Entsetzen lesen konnte.

Verzeiht mir, wenn ich die schweigenden und abziehenden, nicht handelnden Mittäter nur als Zeugen bezeichne. 

Der Mensch lernt nicht aus der Geschichte, er lernt aus den Massakern - den perfekten Tod für den Feind.


Kennt ihr das Konzentrationslager Jasenovac? Es war das einzige Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg in Kroatien, in dem ohne deutsche Beteiligung planmäßig gemordet wurde.

Und die Identität der Opfer?

Größtenteils Serben, aber auch Juden und Roma, regierungskritische Kroaten und bosnische Muslime.


Seht ihr:

Die Opfer von gestern, sind die Täter von heute (1995). Obwohl die Familien dieser Völker gefoltert und ermordet wurden und vielleicht sogar das Brot miteinander geteilt haben. 


Und heute gelten die Muslime wegen Terrororganisationen, die angeben für Allah zu töten, als potentielle Terroristen.

Man gönnt ihnen nicht einmal mehr Mitleid. Mitleid ist das letzte, was sich die Opfer wünschen. Sie möchten Gerechtigkeit, auch wenn keine Strafe der Welt ihre Schmerzen lindern wird. Ist das zu viel verlangt? 


Das aktuelle Thema der "intellektuellen" Türken hingegen ist; "Nationalisten haben statt Chinesen Koreaner geschlagen". 


Keiner dieser Regierungskritiker schreibt über das Leid der Muslime in Bosnien, die nur aufgrund ihrer Religion abgeschlachtet wurden.

Der IS feiert sich, wenn sie "Ungläubige" töten, die nationalistischen Serben feierten den Tag des Massakers mit Bier und Musik. 

Reicht euch das nicht, um zu erkennen, dass die Identität der Täter keine Rolle spielt? 

In wessen Namen wurden denn muslimische Frauen/Mädchen vor ihren Männer und Vätern vergewaltigt?

In wessen Namen wurden sie gezwungen, diese Kinder zu gebären, die heute ohne Perspektive ein Leben führen. 

In wessen Namen wurden Babys ermordet?


In Allahs Namen?

Hört endlich auf, eine Korrelation zwischen den Religionen, ihren Anhängern und den Verbrechen herzustellen.

Solche wie ihr wäret damals psychisch in der Lage gewesen, für Ratko Mladic und andere Massenmörder zu töten.

Nicht der gläubige Muslim von nebenan.


So wie sich die serbische Öffentlichkeit dem Schatten der Vergangenheit stellen sollte, sollten sich islamophobe Menschen ihrer Vergangenheit stellen.

Damit meine ich nicht in erster Linie die Aufbereitung der Geschichte und die Anerkennung von Massakern. Was nützt es, wenn man über diese Massaker nicht nachdenkt? 

Wenn sie sich die Bilder der Toten anschauen, sollten keine Schuldgefühle hochkommen, sondern Trauer. Ja, einfach nur mittrauern.


Ist das zu viel Menschlichkeit?

Mehr als 8000 Gründe, um als Mensch zu weinen, zu trauern.


Turgay Adalet

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