Diktatur demokratisch geschwächt(!)


Eine "Diktatur" wurde auf demokratischem Wege „geschwächt“ (!)


Einige radikale Oppositionsanhänger und die westlichen Medien haben sich über das gestrige Wahlergebnis gefreut. Sie teilen dieselbe Meinung, dass das Ende der AKP-Ära und Erdogans besiegelt wären.

Denkt ihr etwa, dass sich Erdogan und seine loyalen Weggefährten geschlagen geben werden? Er, der die säkulare Elite in die Schranken gewiesen hat, soll sich einer Partei ergeben, die von dieser Elite unter anderem propagandistisch unterstützt wurde und wird?

Darüber kann ich nur lachen.


So und jetzt können die türkischen Linken und die ach so intellektuellen Türken, die die HDP gewählt haben, zwei grundlegende Dinge von ihnen fordern.

Sie sollen die PKK zur Entwaffnung auffordern - nicht möglich!

Sie sollen die Kinder vor der PKK beschützen - nicht möglich!

Wenn sie schon Frieden propagiert haben, müssen sie das auch umsetzen!

Wofür haben sie dann die HDP gewählt?

Richtig, der Hass auf Erdogan hat ihnen den Verstand geraubt.

Werden sie sich von ihrem ideologischen Führer und Vater Abdullah Öcalan distanzieren?


Was den Wahlbetrug durch die HDP angeht:

Warum hat die HDP 60% in Bitlis erreicht, obwohl letztes Jahr 52% der Einwohner bei den Präsidentschaftswahlen Erdogan unterstützt hat? Seriöse Quellen sprechen von Erpressungen durch die PKK. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum sie wichtige Stimmen gewinnen konnte. 


Bye bye Stabilität?

Willkommen "Chaos-Koalition"?

 

Hatten nicht die Nationalisten gesagt, dass die AKP dafür sorgen wird, den Babymörder Abdullah Öcalan ins Parlament einziehen zu lassen?

In seiner gestrigen Rede hat sich Selahattin Demirtaş bei seinem Führer bedankt.

Und ja, die AKP sitzt auch am Verhandlungstisch. Mit wem denn sonst?

Deshalb erwarte ich von euch nicht mehr dieses langweilige "Wir sind Atatürks Soldaten", sondern "Biji Serok Apo". Irgendwann musstet ihr euch sowieso erneuern, also warum nicht mit einem neuen Slogan? 

Ihr habt Öcalans treu ergebenen Sklaven den Einzug ins Parlament ermöglicht, jeweils 80 Sitze für die HDP und MHP.

Dann könnt ihr ja mit einer Koalition das Verteidigungsministerium einem HDP-Politiker anvertrauen - ich schlage Sırrı Sakık vor, der euch beleidigte. Das ist euer Verdienst! 

Trotzdem gibt es noch standhafte Menschen unter euch, die rational statt emotional gehandelt haben und trotz ihrer Abneigung zur AKP die HDP nicht unterstützt haben.


Auch ist es eine Tatsache, dass so einige Stimmen der AKP zur MHP und im Südosten zur HDP gewandert sind. Die Nationalisten und die Kurden haben damit der Regierungspartei eine Ermahnung erteilt, die sie verstehen und umsetzen muss.

AKP-Politiker wie Süleyman Soylu und Yalçın Akdoğan sollten sich bezüglich der HDP zurückhalten, weil die meisten auf ihre Worte mit ihrer Stimme an der Wahlurne reagiert haben. 

Auch so einige Journalisten, die die kurdischen Wähler abgeschreckt haben, sollten sich mäßigen. Je mehr sie Demirtaş und die Rolle der HDP beim Friedensprozess kritisiert haben, desto mehr gewann die HDP die Stimmen der türkischen Linken und den nationalbewussten Kurden. Und heute wird den Wählern Undankbarkeit unterstellt. Ich kann diese Empörung zwar nachvollziehen, aber das Volk duldet wohl keine Überheblichkeit, auch wenn sie mit den realisierten Projekten zufrieden ist. Das muss man auch verstehen. 


Selbstkritik sollte erwünscht sein und geduldet werden. Wer den Fehler bei den Wählern sucht, der wird sie verlieren.

Aber anders als andere Regierungen (DSP) hat Ahmet Davutoglu klar und deutlich gesagt, dass sie die Entscheidung des Volkes respektieren und die Botschaft verstanden haben.

Warum wohl wählen die islamisch-konservativen Wähler nicht die CHP?

Weil unter anderem die selbsternannten Vertreter, die der CHP ideologisch nahestehen, die AKP-Wählerschaft erniedrigen und sie nicht ernst nehmen.

Wenn regierungsnahe Journalisten die Wählerschaft der Oppositionsparteien mit derselben Taktik stigmatisieren, fühlen sie sich auch nicht mehr verstanden und orientieren sich an anderen Parteien. Diesen Fehler dürfen wir nicht machen. 


Gestern haben beispielsweise in Soma/Manisa 40% und in Reyhanlı 60% die AKP gewählt. Viele meinten dann, dass sie die Unglücke verdient hätten und dass sie es bereuen, für sie geweint zu haben. 

Allein daran sieht man, dass ihnen unsere Soldaten egal sind. Schließlich haben einige Familien der gefallenen Soldaten auch die Regierungspartei gewählt. 

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn einige von uns die Einwohner von Van kritisieren, die zu 70% die HDP gewählt haben. "Wir haben ein Jahr nach dem Erdbeben eine neue Stadt aufgebaut und das ist der Dank dafür?", fragen sie enttäuscht.

Wo ist dann der Unterschied zwischen denen, die die Soma-Bevölkerung derart demütigen und uns? Beide Seiten haben ihre Familien verloren und das zu politisieren, ist nicht ethisch.


Wir müssen die Ruhe bewahren, denn noch ist nichts verloren. Die Oppositionsparteien wissen selbst, dass sie die Türkei niemals zusammen regieren können.


Turgay Adalet

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