Hütet eure Zunge!


Lautete ihr oberstes moralisches Gebot nicht „hüte deine Hände, deine Lende, deine Zunge“?

Aber wenn wir die Wahrheit sagen, werden wir und Erdogan nur mit vulgären Ausdrücken attackiert.

Sie halten mit ihren „Händen“ Plakate hoch, auf denen Rufmord begangen wird.

 

Auch heute nach gut einem Jahr hat die alevitische Gemeinde in Deutschland seine Anhänger dazu aufgerufen, den Besuch vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu protestieren.

Nach Medienangaben sollen sich 3000-4000 Regierungskritiker in Karlsruhe versammelt haben. Augenzeugen jedoch berichten von einer deutlich niedrigeren Anteilnahme. Außerdem soll es zu Zusammenstößen zwischen Erdogans Anhängern und PKK-Anhängern gekommen sein oder sollen wir sie doch eher die demokratischen HDP-Anhänger nennen – ach, einen Unterschied gibt es ja nicht, wenn sie schon mit PKK- und Kurdistan-Flaggen auflaufen!


"Wenn Alevitentum die Liebe für den heiligen Ali bedeutet, kann es keinen größeren Aleviten als mich geben. Aber wenn das Alevitentum eine eigene Religion ist, dann ist Tayyip Erdogan dort nicht dabei", betonte Erdogan heute wieder.

Dass die überwiegende Mehrheit der anwesenden Aleviten nicht dem Imam Ali folgen, ist evident. Nein, nicht weil sie Erdogan kritisieren. Sondern ihre Art, wie sie gegen ihn demonstrieren. Erdogan als Mörder bezeichnen, aber den Befehlshaber des Dersim-Massakers Mustafa Kemal A. verehren. Seit Jahrzehnten leiden sie unter dem Stockholm-Syndrom und gehen mit der CHP Hand in Hand. In diesem Kontext möchte ich auf etwas hinweisen, ohne einer Generalisierung zu verfallen, wie die Atheisten unter ihnen über Muslime herziehen. Tatsache ist, dass letztes Jahr auch Aleviten in Deutschland Erdogan enthusiastisch empfangen hatten („Wir sind Aleviten und sind bis zum Tod mit dir“ stand auf einem Plakat). Vor einigen Tagen wurde die Zeitung „Yürüyüs“ in Deutschland verboten, weil sie offen die gewaltsame Beseitigung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung in der Türkei propagierte. Dafür seien auch Selbstmordanschläge hinnehmbar.

"Die Propaganda der linksterroristischen Gruppierung DHKP-C in Deutschland nehmen wir nicht hin", erklärte de Maizière.

Bevor sie über Muslime herziehen, sollten sie sich die kulturelle Identität der DHKP-C-Terroristen anschauen, die auch am 31. März den türkischen Staatsanwalt Mehmet Selim Kiraz in seinem Büro im Istanbuler Justizpalast ermordet hatten.


Blicken wir kurz in die Geschichte der Türkei.

An den ersten kurdischen Aufständen der 1920er Jahre haben sich die alevitischen Kurden kaum angeschlossen, aber sie erhoben sich in den späten 1930er Jahren in Dersim, heute Tunceli. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, mehr als 13.000 Zivilisten wurden ermordet und viele kurdische Stämme wurden in andere Gebiete umgesiedelt. Auch heute noch erinnert man sich an die Gewalt, mit der die Stämme behandelt wurden. Diese Erinnerung trägt zum allgemeinen Unbehagen gegenüber dem türkischen Staat bei.

Das Unbehagen der Aleviten gegenüber den Autoritäten wird durch das Gefühl bestärkt, dass der Militärputsch von 1980 entscheidend zum Zusammenbruch der Linken beigetragen hat. Gestern ist der damalige Generalstabschef und 7. Präsident Kenan Evren verstorben. Sein Tod hat alle politischen Kreise in der Türkei vereint, weil er damals alle Menschen egal welcher Gesinnung erhängen und foltern ließ, auch Minderjährige. Dass sie ihn mit Erdogan gleichsetzen, kann ich bei einer Auflistung der dramatischen Ereignisse und Urteile zu seiner Zeit nicht nachvollziehen!

Obwohl Aleviten in der späteren von Abdullah Öcalan „gegründeten“ PKK nicht übermäßig stark vertreten waren, spielten sie eine zentrale Rolle in kleineren links-revolutionären marxistischen Organisationen, besonders in der DHKP-C. Die Terrororganisation hat sogar vor 2-3 Wochen Berkin Elvans Eltern bedroht, weil sie nicht mehr wollten, dass man ihren verstorbenen Sohn politisch instrumentalisiert.


Diese ewige Opferrolle und die Anerkennung des Alevitentums als Religionsgemeinschaft in Deutschland nutzen sie aus, um bewusst gegen die sunnitischen Muslime zu hetzen. Dabei werden sie als Demokraten angesehen, weil sie als islamkritische Humanisten gelten, obwohl sie den Humanismus mit Füßen treten, wenn es um Andersdenkende geht!

 

Hütet eure Hände!

Hütet eure Lende!

Hütet eure Zunge!

In Zeiten des kemalistischen Regimes hättet ihr nie so offen einen Staatspräsidenten diffamieren und beleidigen können. Nutzt diese Gelegenheit, wenn eure geistige Kapazität und euer (nicht vorhandener) Charakter nicht mehr zulassen.

 

Turgay Adalet

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