Freedom House - Pressefreiheit Türkei



Um öffentlich bekannte Personen oder Regierungen zu stürzen, bedarf es keiner Waffen mehr, denn die Waffe von Journalisten, die wie beispielsweise in Deutschland für und in Lobbys aktiv sind, ist ihr Schreibwerkzeug, mit dem sie Tatsachen verdrehen und gewisse Dinge übertreiben können.
Jahrelang wird die Pressefreiheit in der Türkei kritisiert, weil Journalisten im Gefängnis sitzen, wobei viele von ihnen Straftaten begangen haben, die aber von den laizistischen Zeitungen in der Türkei nicht erwähnt werden und somit nur eine einseitige Berichterstattung von europäischen Medien ausgeht. 69 von den inhaftierten Journalisten pflegen den Kontakt zur Untergrundorganisation KCK der PKK, 4 zur DHKP-C. Und noch viele andere Straftaten, die ich hier im Einzelnen nicht nennen möchte, da die Liste lang ist.
Sie sitzen also nicht wegen ihrer Ansichten und Schriften im Gefängnis, sondern weil sie nach dem türkischen Strafgesetzbuch Straftaten begangen haben. Dem Hanefi Avci, der das Gesicht des Gülen-Netzwerkes mit seinem Buch aufgedeckt hat, wurde wegen der Veröffentlichung eines Buches die Freiheit entraubt. Nedim Sener, der als oppositioneller Journalist gilt, hatte nach seiner Freilassung Folgendes gesagt: „Ich habe immer wieder die Regierung kritisiert und auch Tatsachen aufgedeckt, aber wurde deshalb nie von der Justiz verfolgt. Aber als ich anfing, Fethullah Gülen und seinen Staat im Staate zu kritisieren, wurde ich mit meinem Berufsgenossen von der parallelen Justiz ins Gefängnis gesteckt“.

Kommen wir nun zu der neuesten Statistik der US-Nichtregierungsorganisation Freedom House in Sachen der weltweiten Pressefreiheit, die vor zwei Tagen veröffentlicht wurde.
Laut dem Bericht gehört Amerika und Europa weitestgehend natürlich zu den Vorzeigestaaten. Haha!

Seht euch mal das Beziehungsgeflecht zwischen deutschen Chefredakteuren und Lobbys an:





 Die Pressefreiheit in der Türkei soll schlechter als in Kuwait und Algerien sein, landet mit Nordkorea in einer Kategorie und soll nur um einige Punkte besser sein als in Ägypten, wo die jetzige politische Führung mit einem blutigen Militärputsch an die Macht kam.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu äußerte sich mit folgenden Worten äußerst skeptisch zu diesem Bericht: „Wir werden nicht zulassen, dass die Türkei zu einem Staat zweiter Klasse erklärt wird. Wenn die Türkei mit Nordkorea auf eine Stufe gestellt wird, so müssen unsere Journalisten eigentlich erkennen, dass das nicht hinnehmbar ist und nicht die Wahrheit wiedergibt. Arbeiten sie unter denselben Bedingungen wie ihre Kollegen in Nordkorea? Keiner kann diesen Bericht als objektiv einstufen, denn die Fortschritte in Sachen Pressefreiheit seit unserer Regierungszeit sind nicht zu übersehen. Wer das Gegenteil behauptet, der leugnet unsere Leistungen."
Wer hat nun beim Erstellen des Berichts über die momentane Situation der Pressefreiheit in der Türkei mitgewirkt?
Dr. Karin Deutsch Karlekar, Projektdirektorin des Freedom of the Press, meint dazu: „Den Bericht über die Türkei hat ein recht bekannter türkischer Journalist und Analyst verfasst. Dieser Journalist hat die Punkte vorgeschlagen, woraufhin wir eine umfangreiche Auswertung vorgenommen haben. Außerdem haben wir seine Behauptungen auch über andere Quellen kontrollieren und bestätigen lassen. Doch wir können seinen Namen nicht weitergeben, da er Angst vor medialem Druck hat. Meistens werden die Namen der Analysten erwähnt, aber da dieser Analyst Angst hat, darf sein Name nicht ohne seine Zustimmung veröffentlicht werden.“

Meine persönliche Vermutung wäre Yavuz Baydar, Kolumnist bei Today’s Zaman (Gülen Netzwerk), der im Juli vergangenen Jahres bei der New York Times die Pressefreiheit und die Journalisten in der Türkei kritisiert hat. Aber warum sollten wir in diesen Fällen auf einzelne Personen schauen. Es geht hier nicht darum, Menschen über die Medien zu diffamieren und als Landesverräter abzustempeln. Die Drahtzieher und Nutznießer sind die eigentlichen Verantwortlichen. Und hinter Yavuz Baydar steht ohne jeden Zweifel das Gülen-Netzwerk, das ihre mediale Macht zu jederzeit für die Diffamierung der türkischen Regierungspartei AKP ausnutzt.
Und wer sind die führenden Personen des Freedom House?
Ihr Präsident David Kramer, der von George W. Bush ins Außenministerium beordert wurde, hat als Neocon (Anhänger der politischen Strömung Neokonservatismus) in der amerikanischen Denkfabrik PNAC (zu Deutsch: Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert) gearbeitet.
James Woolsey, der zwischen 1993 und 1995 als CIA-Chef aktiv war, war von 2003 bis 2010 Präsident des Freedom House. Außerdem forderte er die Hinrichtung von Whistleblower Edward Snowden und ist als Kriegshetzer bekannt, weil er eine Militäroffensive gegen den Irak als notwendig erachtete.
Bis heute waren und sind 400 Journalisten für die CIA tätig.
Pressefreiheit? Was war das nochmal?

In dem Bericht hat der Türkei-Experte vergessen, die Journalisten aufzuzählen, die wegen ihrer Sympathie zur Regierungspartei ihren Posten verloren haben. Vielleicht wäre man dann genau auf der Stufe von Nordkorea. Was für ein Pech aber auch(!)
Für einige Journalisten passen diese Zeilen wie die Faust auf’s Auge:
Journalismus ist ein niedriger Beruf für Nichtskönner; der Journalist verkauft täglich wie der Gemüsehändler verderbliche Waren, die er Nachrichten nennt.
Wobei der Gemüsehändler ehrlicher ist als der Journalist und nur für eine mögliche Lebensmittelvergiftung verantwortlich gemacht werden kann, aber ein gewissenloser Journalist vergiftet Gedanken, die nicht heilbar sind!

Wie kann man von der Einschränkung der Pressefreiheit sprechen, wenn oppositionelle Stimmen sowohl in sozialen Netzwerken als auch in Medien für den Tod des Ministerpräsidenten Erdogan appellieren?
„Du gehörst erhängt“ steht auf der Ausgabe von Türksolu vom November 2013
Türksolu Redakteur Gökce Firat
                               "Erdogan verdient nicht nur einen Strang, sondern auch einen Pfahl"




Turgay Adalet

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