Ein blutiger Frühling?



Morgen ist der 31. Mai!
Ein Jahr nach dem Gezi-Aufstand!
Die als Protestbewegung gegen die türkische Regierung im letzten Jahr gegründete Taksim Solidaritätsplattform ruft die Menschen dazu auf, an den Protesten um 19 Uhr (Ortszeit) teilzunehmen.
Ist ja ihr gutes Recht, aber wenn die Proteste wieder außer Kontrolle geraten, dann kann keiner der Demokraten eine passive Haltung der Polizei erwarten!

Als sich der Ministerpräsident Erdogan letztes Jahr mit ihnen an ein Verhandlungstisch setzte, forderten sie den Baustopp von großen Projekten. Für wessen Namen bitteschön?

Für morgen haben sie folgende Forderungen an den Oberbürgermeister von Istanbul gestellt:
1. Taksim darf nicht blockiert werden
2. Einsätze mit Tränengas sollen verhindert werden
3. Mit Polizeigewalt dürfen unsere demokratischen Forderungen nicht unterdrückt werden

Nun, dann habe ich auch Forderungen:
1. Die Anwohner von Taksim und Umgebung dürfen in keiner Weise belästigt werden!
2. Demonstrationen mit Molotowcocktails und Steinen dürfen nicht gestattet werden!
3. Mit der Gewalt von marginalen Gruppen können demokratische Forderungen nicht durchgesetzt werden!

Wenn sie diese Forderungen nicht einhalten können, dann können sie ja gleich zu Hause bleiben und über Twitter die Welt retten!
Cocktails(!) dürfen sie dann trinken statt werfen und sich mit Legosteinen eine utopische Welt basteln, wovon sie immer geträumt haben. :)

Was morgen alles passieren wird?
Ich kann leider nicht positiv denken, wenn ich mir die Bilder aus Okmeydani anschaue und die Verwüstungen während des Gezi-Aufstandes!

Habt keine Angst, wenn ihr Polizisten seht!
Habt Angst, wenn ihre lügende Journalisten lest!
Die Türkei ist kein Entwicklungsland, dass die verursachten materiellen Schäden nicht ausgleichen kann!
Aber durch Lügen und Provokationen verursachte moralische Schäden lassen sich nicht so schnell kompensieren!

Wenn der laufende Friedensprozess morgen durch terroristische Aktivitäten der DHKP-C und PKK auf den Straßen gestört wird, dann werden wahrscheinlich wieder Menschen um ihr Leben bangen müssen!
Ein zweites Ukraine darf es nicht geben!
Einen sogenannten "arabischen Frühling" auch nicht, der von außen organisiert wurde!
Was danach alles geschah, haben wir als Zeitzeugen sehen und lesen müssen!
Einen Frühling haben diese Menschen nach mehreren vergangenen Jahreszeiten noch nicht erleben dürfen!

Einen türkischen Frühling in diesem Sinne dürfen sich die Außenstehenden auch nicht erhoffen!
Allein schon die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den arabischen Ländern mit denen der Türkei zu vergleichen und darauf basierend Pläne zu schmieden, kann nur den Bach hinunter gehen!
Die Mehrheit der Twitter-Helden wird sowieso zu Hause sitzen und von dort aus Lügen verbreiten und
die Dummen unter ihnen werden auf den Straßen für Chaos sorgen. Tippen und Copy&Paste können sie wahrscheinlich nicht, also sollen sie lieber die Drecksarbeit machen!
Und wenn die Molotow-Trottel - wahrscheinlich von ihren Anführern und den Drahtziehern so bezeichnet - sterben, werden sie als Volkshelden gefeiert...


Turgay Adalet

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