Das Aber im Frieden!




Vor wenigen Tagen wurden mehrere Schüler von der PKK in Diyarbakir/Türkei entführt, woraufhin die Familien dieser Kinder die Partei BDP, die die Kurden vertreten sollen, kritisiert und ihnen Vorwürfe gemacht haben. Nach dem Appell Erdogans an die BDP haben sich die Politiker mit den Familien zusammengesetzt und über mögliche Lösungswege diskutiert und sich über die Einhaltung ihrer Versprechungen geeinigt. Das war der erste Schritt.
Natürlich kommt der Einwand: „Ja, aber die Regierung ist doch dafür zuständig“
Leute, Leute, Leute… Wenn die BDP sich unbekümmert als politischen Arm der PKK versteht, ist sie zur Lösung dieses Problems verpflichtet und kann und darf sich nicht vor dieser Rettungsaktion drücken! Außerdem hat Erdogan angekündigt, dass Plan B und C auch als Alternative beim Scheitern der BDP in Erwägung gezogen werden!

Doch die Gegner der Friedensverhandlungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung interpretieren die Entführung der Kinder als ein Resultat dieser Verhandlungen, da die Ak Partei nicht fähig sei, ihr Volk zu schützen. Dabei vergessen sie, dass seit fast zwei Jahren keine Soldaten der türkischen Armee wegen dieses jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts sterben und keine Mütter und Väter mehr weinen müssen. Und das ist der Verdienst der Regierungspartei. Es gibt leider immer noch bestimmte Kreise, die wie folgt denken:
„Wenn es das Schicksal der Soldaten ist, für die Verteidigung dieses Landes zu sterben, dann ist es eine Ehre. Lieber so als die Teilung unseres Landes.“
Schicksal? Gerade dieser Begriff, den Erdogan nach dem Minenunglück in Soma/Manisa benutzt hat und kritisiert wurde! Wenn die früheren Politiker, Generäle und Agenten des türkischen Geheimdienstes nicht für den Frieden gearbeitet haben, dann war ihr Untergang ihr Schicksal!
Und das seit Jahrzehnten und besonders in dieser Regierungszeit. Doch weder das Land wird geteilt, noch beugt sich die Türkei der PKK. Wenn die kurdischen Politiker bestimmte Ziele hätten, würden die Verhandlungen sicherlich schneller und reibungsloser verlaufen, aber jeder Friedensprozess braucht seine Zeit und das möchten einige nicht verstehen!

Jeder Versuch der Ultranationalisten, den Friedensprozess ins Stocken geraten zu lassen, wird bei der Mehrheit der Türken und Kurden auf Gegenwehr stoßen!
Wer sich tatsächlich für das Wohl der Kinder einsetzt, der sollte sie nicht bei Straßenschlachten benutzen! Worin besteht dann der Unterschied zwischen der PKK in den Bergen und diesen Marionetten wie der DHKP-C auf den Straßen?
Im Vordergrund des Konflikts in Okmeydani waren Kinder, denen man Steine statt Stifte in die Hand drückte! Und nicht nur in Istanbul. Auf der ganzen Welt werden Kinder als Schutzschilder benutzt, um die Demonstrationen zu verharmlosen!

Wer nach dem Begriff des Friedens ein „Aber“ hinzufügt, findet immer einen Grund für einen Krieg!



Turgay Adalet

Beliebte Posts aus diesem Blog

Türkei: Abstimmung über Verfassungsreform

Gastbeitrag: Musul ve Kerkük'ü kim satti?

Hagia Sophia - Die heilige Sehnsucht