Im Visier der CIA: Erdogan




Eine Analyse der politischen Lage in der Türkei

Um die politische Entwicklung in der  Türkei  und im Nahen Osten verstehen zu können, müssen wir  Parallelen  zur  Vergangenheit ziehen.

Sibel Deniz Edmonds ist eine ehemalige Übersetzerin arabischer Texte beim FBI, die in der Folge zu eine der bekanntesten Whistleblower in den USA wurde. Wenige Tage nach den Terroranschlägen am 11.September 2011 wurde sie als Dolmetscherin von der FBI eingestellt. Sie besaß Zugang z streng geheimen Unterlagen im Zusammenhang mit der Türkei, dem Iran und den zentralasiatischen Republiken. Edmonds wurde im März 2002 entlassen, nachdem sie verschiedene Vorfälle von Unterschlagung von Beweisen, Landesverrat und Amtsverletzung meldete.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aussagen von Sibel Edmonds aus dem Interview mit James Corbett zusammengefasst.

„Ich verfolge seit einiger Zeit die türkische Innenpolitik. Es ist bekannt, dass die CIA eine Reihe von Marionetten in Regierungen einsetzt, die Regierungen lenkt und sie innerhalb von Tagen absetzt. Die gleiche Taktik versuchen sie mit der türkischen Regierung unter Erdogan.
Wir erinnern uns an das recht freundschaftliche Verhältnis zwischen dem ehemaligen  Verteidigungsminister  Donald Rumsfeld und Saddam Hussein, doch nach der Besetzung im Irak töteten Sie den „Diktator Saddam Hussein“.
Dasselbe Ziel haben sie auch in der Türkei. Sie möchten die türkische Regierung unter Erdogan absetzen. Im Mai 2013 wurden Unruhen rund um den Gezi-Park provoziert. Vielen ist noch nicht bewusst, was sich hinter den Kulissen abspielt, aber in naher Zukunft werden die hinterhältigen Intrigen aufgedeckt.
Die Türkei ist seit der AK-Partei Regierung in einer Entwicklung, in der sie sich von geheimen Netzwerken versucht zu befreien. Erdogan versucht gegen diese  geheimen Netzwerke gegenzusteuern. Doch der Westen wendet sich ab von Erdogan. Was sind die Gründe dafür? Alles begann mit dem Kampf zwischen Erdogan und dem türkischen Prediger Fethullah Gülen.
Gülen unterstütze die AK-Partei Regierung. Mit seiner  Unterstützung kamen viele Bürokraten an den Punkt, indem Sie heute stehen. Doch Gülen ist nur ein Symbol/ Kennzeichen. Seit 1997 kooperiert Gülen mit der CIA und ist auch im Spiel beteiligt.
Die CIA nahm ihn unter seinen Schutz in die USA und es ist kein Zufall, dass er in der Nähe des CIA-Zentrums lebt. Gülen lebt seit 15 Jahren in Pennsylvania  und kontrolliert ein 20-25 Milliarden schweres Netzwerk. Doch niemand weiß, wer hinter der Quelle des  Geldes steckt.
Gülen begann in Kooperation mit der CIA, Schulen, Moscheen, Koranschulen und Nachhilfezentren zu eröffnen. Außerdem gründete die Gülen-Gemeinde ein großes Medien-Netzwerk in der Türkei  und den USA.

Die Gülenisten haben die  Justiz und das Polizeipräsidium in der Türkei unterwandert. Das Ziel war es, durch Verleumdung, die türkische Regierung zu schwächen.
Ein Grund gegen Erdogan ist seine harte Haltung gegen Israel. Nach dem Angriff israelischer Soldaten gegen die Hilfsflotte ‚Mavi Marmara‘ 2010 kam die Krise zwischen Gülen und der türkischen Regierung ans Tageslicht, weil die Haltung von Gülen trotz der getöteten 9 Menschen damals und heute als proisraelisch eingestuft wird. Fethullah Gülen war der Meinung, dass die Hilfsflotte ohne die Erlaubnis Israels gegen dessen Autorität verstoßen hätte!

„Ich möchte betonen, dass die größte Israel-Lobby AIPAC in Washington DC, die Gülen-Gemeinde unterstützt. Interessant, dass ein islamischer Imam von einer proisraelischen Lobby unterstützt wird.
Bei den Gezi-Protesten im Sommer 2013 spielten die CIA und die Gülen-Gemeinde eine aktive Rolle. Die Gezi-Proteste starteten  mit Umweltaktivisten, unter der Kontrolle der CIA-Gülen. Durch diese Unruhen hatten sie die Gelegenheit ihre Anti-AKP Kampagne auszuweiten. Gleichzeitig versuchten die „westlichen Medien, Erdogan als einen „Diktator“ abzustempeln.

Die türkische Regierung wurde mit der  „AL-Qaida“ verglichen. Diese Behauptungen waren ein Teil der „Anti-Erdogan Kampagne“ der CIA und der Gülen-Gemeinde. Somit sollte die Türkei international als „terroristischer Staat“  eingestuft werden.

Frage: Was ist die Ursache für die Anti-AK Partei Kampagne? Warum wollen die CIA und der Prediger Gülen dem Premierminister und seiner Partei schaden?

S.E:  Erdogan steht mit der AKP im Vordergrund, aber er ist nur ein  Symbol, genau wie die Marionettenregierungen in anderen Ländern,  wie Obama, wie George Bush.
Das Wichtigste ist, dass diese „Symbole“, sich der Macht, nämlich der CIA beugen müssen. Die CIA möchte, dass die Staaten unter seiner  Kontrolle sind, mit dem Ziel, die Rüstungsindustrie der Staaten verwalten zu können, die Innen und Außenpolitik zu führen. Sie setzen ihre Marionetten in Regierungen und lenken sie.
Der Plan war, die Türkei als „Modellstaat“  im Nahen Osten zu präsentieren, mit der Absicht andere muslimische Staaten ins Visier zu nehmen. Doch Erdogan verhinderte die Pläne! Der türkische Premierminister provozierte die Vereinigten Staaten mit dem Waffenkauf in China. Er verletzte damit die Regeln der NATO. Dies war für die EU und die Vereinigten Staaten die höchste Stufe der Verletzung der Regeln.
Erdogan hatte in der jüngeren Vergangenheit die Shanghai Cooperation Organization (SCO) immer wieder als Alternative für die EU ins Spiel gebracht. Der türkische Premier erinnerte Putin schließlich an das Interesse der Türkei an der Shanghai Cooperation Organization: „Nehmt uns in die SCO auf und befreit uns von der Last der EU-Beitrittsverhandlungen.“
Die Türkei, die fast 90 Jahre für den Westen gearbeitet hat, segelt heute gegen sie.


Erdogan wurden die unten aufgelisteten Möglichkeiten angeboten:

1.)Die erste Option war, dass er einen Schritt zurückgehen soll, indem er für eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sorgen soll. Außerdem soll er den Waffenkauf aus China unterlassen und auf den SCO-Beitritt verzichten.
2.) Die zweite Option war, dass er seinen Rücktritt offenkundig ankündigen soll.
3.) Die CIA drohte Erdogan mit dem Tod, indem Sie ihm zwei Szenarien vorlegten.
Option A: Hinrichtung wie Saddam Hussein, am Taksim-Platz.
Option B: Auslieferung wie Mubarak, nach England.
Sie schlugen ihm diese beiden Alternativen vor. Erdogan ist mit diesen Alternativen konfrontiert worden. Diese Optionen hatten auch Gaddafi, Saddam Hussein und Mubarak von der CIA vorgelegt bekommen.
Es sind dieselben Drohungen der CIA, die sie den Politikern ankündigen. Doch diese Drohungen hat der syrische Staatspräsident ASSAD, trotz Obama als den Präsidenten der Vereinigten Staaten, durch die CIA nicht erhalten.
Die AL-Qaida ist der FBI seit den 90-Jahren bekannt. Das Merkwürdige ist, dass das Al-Qaida Zentrum in Chicago liegt. Abdullah Çatlı wurde eine Green-Card gegeben mit der Intention, dass er in verschiedenen Regionen eingesetzt werden kann.

Es gelangten Fotos an die internationale Presse, die den Sohn des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, Bilal Erdogan, bei einem Treffen mit dem Geschäftsmann al-Qadi zeigten. Al-Qadi wird von den Vereinigten Staaten beschuldigt, zu den Geldgebern für die al-Qaida zu gehören. Diese Fotos wurden von der Gülen-Gemeinde serviert und natürlich von der CIA unterstützt und veröffentlicht.
Frage: Wie beurteilen Sie die Zukunft der Türkei? Wird Erdogan weiterhin die Türkei regieren oder wird er wie Saddam und Gaddafi enden?
S.E: Die Türkei unterscheidet sich von Ägypten oder Libyen. Das türkische Volk ist ein junges, dynamisches Volk und ist  in der Tat durch ein kollektives Massenbewusstsein stark geprägt.  Ein Zwei-Parteien-System wie in den Vereinigten Staaten käme in der Türkei niemals in Frage.
Wir sprechen hier über ein extrem hohes Niveau des öffentlichen Bewusstseins der Masse. Dies ist ein ganz anderes Volk, nicht wie in den USA.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die Türken aktiv in der Öffentlichkeit sind. Sie sind eine Gemeinschaft, die für ihre Rechte auf die Straßen geht, demonstriert und sogar bereit ist zu kämpfen. Ich werde meine Stimme dem türkischen Volk geben, da ich an sie glaube. Das türkische Volk muss aus den Fehlern in Ägypten und Libyen lernen und die aktuell politischen Geschehnisse aufmerksam verfolgen. Die US-Pläne mit der Türkei werden nicht so leicht umgesetzt, wie in Libyen und Ägypten. Die Pläne werden nicht erfolgreich.
Ein weiteres Thema ist die Europäische Union. Zuvor sah das türkische Volk die EU als eine „Befreiung“ für die Türkei. Doch heute sehen sie den politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch der EU.“


Das Original-Interview:



S.S

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