Gülen - Eine gefährliche Koalition

Gülen und seine Anhänger!

Erst einmal möchten wir uns bei unseren aktiven Lesern dafür entschuldigen, dass wir seit dem 26. Januar nichts über die Türkei berichtet haben. Aber in den vergangenen Tagen sind so viele neue Geheimnisse ans Tageslicht gekommen, dass wir abgewartet haben, bis sich einige Steine gelegt haben. Doch man kann heute immer noch nicht von einer Stabilität der politischen Situation in der Türkei reden – wie seit etlichen Jahren. Für die Europäer ungewohnt, für die Bevölkerung in der Türkei schon eine feste Variable. Wenn nichts passiert, geraten die Menschen in Panik(!)

Vor ein paar Tagen wurden wieder Telefongespräche zwischen Gülen und seinen Dienern veröffentlicht. Wo doch die Telefongespräche  zwischen Fethullah Gülen und dem TUSKON Generalsekretär Mustafa Günay über den „Ananas-Handel“ und die Ölraffinerien in Uganda noch frisch in Erinnerung ist, bestimmen die jüngst im Internet veröffentlichten Gespräche die Tagesordnung in den Medien und in der Politik. Die Gülen-Medien und laizistisch geprägten Medien reden von einer Montage der Aufnahmen. Gülen war immer gegen die Verhandlung mit der PKK. Die von der Partei entfernten und zurückgetretenen Abgeordneten Idris Bal und vor allem Hakan Sükür stehen ihm nahe. Die Verbindungen zur KOC Holding liegen auf der Hand. Was haben sie zu verbergen, wenn sie von „Perlenschnur“ und „Ananas“ reden? Die Mehrheit der Kolumnisten und Journalisten der Gülen-Bewegung schreiben unverdeckt, dass die Ak Partei geschlossen werden müsse. Unter ihnen Mümtazer Türköne.
Der Zaman-Kolumnist Ihsan Dagi rief in seiner gestrigen Kolumne die PKK dazu auf, wieder gegen Erdogan zu rebellieren. „Bitte meine kurdischen Mitbürger, unterstützt die Regierung nicht. Die PKK muss vom Verhandlungstisch aufstehen, die Ak Partei betrügt euch.“ Während des Gezi-Aufstandes habe ihn die Unterstützung der Regierung durch die Kurden gestört.
Kann die Annahme, mit den Aufnahmen sei gespielt worden, nach dieser Einstellung noch Bestand haben?

„Wenn Gülen verurteilt werden sollte, dann wird es ein noch größerer und komplexerer Prozess als der Ergenekon-Prozess(Gladio)“ lautet die Meinung vieler Experten, die Gülen und seine Machenschaft Tag für Tag dechiffrieren.
Nun stehen er und seine Bildungsmissionare auch unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Der Verfassungsschutz warnt vor der Gemeinde des islamischen Predigers Fethullah Gülen. In einem internen Papier des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg heißt es, Gülens Gedankengut stehe in mancherlei Hinsicht im Widerspruch zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Die Bewegung verfolge einen türkischen Nationalismus in "seriösem Gewand" mit "islamistischen Komponenten". Gülen selbst strebe einen Gottesstaat an.
Die Worte Erdogans, die ganze Welt werde die Gülen-Bewegung als eine Gefahr ansehen, bewahrheiten sich so langsam aber sicher. Die Abhörgeräte in seinem Haus sind nur einer der vielen Indizien dafür.
Können die im folgenden Schaubild angesprochenen Themen aus der Luft gegriffen worden sein?




Kann man nach diesem Telefongespräch die Gülen-Bewegung und ihre Kontaktmänner als eine friedliche islamische Gemeinde betrachten? Oder doch als ein Netzwerk, der mit großen Unternehmern, Medienbaronen, eigenen Polizeichefs und Anwälten und Richtern kooperiert, um die türkische Regierung zu stürzen und vor allem den Ministerpräsidenten Erdogan von der politischen Bühne zu verdrängen und ihn verurteilen zu lassen?

Über die Identität des Süleyman, der besorgniserregende Dinge von sich gab, wurde 1-2 Tage spekuliert. Nun hat sich herausgestellt, dass er der Kontaktmann für die israelischen Lobbys und Finanzen ist; Süleyman Hilmi Müftigil. Er redete von Israel „mein geliebtes Land im Süden“ und darüber, dass er 78 Abgeordnete der AKP zum Zurücktreten auffordern und der bewaffnete Konflikt mit der PKK wieder beginnen werde. Nachdem er dechiffriert wurde, haben ihn die Gülen-Bewegung und die eigenen Medien im Stich gelassen und behauptet, dass er in Kasachstan vor allem türkische Unternehmer und fast 250 Firmen betrogen haben soll. Er habe sogar den Namen des amtierenden türkischen Präsidenten Abdullah Gül benutzt, um diese Unternehmer zu erpressen.
Lasst uns den Süleyman noch weiter betrachten!
Im Oktober 2009 fand in Istanbul ein Attentat auf offener Straße statt.
Der Präsident der türkisch-kasachischen Unternehmervereins und der Turkuaz Unternehmergruppe Zeki Pilge und der Generaldirektor Hayri Ersoy wurden bei roter Ampel erschossen. Ersoy verstarb am Tatort, der Mann der Gülen-Bewegung Pilge wurde querschnittsgelähmt. Pilge und Ersoy kamen von einer Versammlung in der Bank Asya (Bank Gülens). Zwei Monate vor diesem Fall haben sich Pilge und Süleyman in Kasachstan über ein Projekt gestritten. Wer hat Süleyman bei der Versammlung in der Bank vertreten? Kann das Gülen-Netzwerk eine Antwort darauf geben?

Abgesehen von der Propagandaarbeit der eigenen Medienorgane, kooperiert Gülen auch mit den laizistischen/kemalistischen Medien und der Oppositionspartei CHP. Informationen, die offiziell noch nicht bestätigt wurden, werden von Kemal Kilicdaroglu in den Parteikongressen öfters in den Mund genommen und noch nie veröffentlichte Resümees in der Hürriyet vom Medienbaron Aydin Dogan den Lesern bereitgestellt.
Eine Koalition zwischen KOC, Ali Sabanci, Aydin Dogan, Mehmet Nazif Günel, der CHP und Gülen kann von keinem mehr abgestritten werden und wurde bis heute von keinem der Parteien mit einer Deklaration abgestritten. Die Hürriyet hatte nur am Anfang mit einem Manifest ihre Parteilosigkeit im Kampf zwischen Gülen und der Regierung erklärt, aber heute haben sie diese verloren!
Außerdem ist Ali Sabanci der Schwiegersohn Aydin Dogans. Man muss die Puzzleteile nur richtig legen, dann sieht man das Gesamtbild.

Um Gülens Taktik verstehen zu können, muss man seine Haltung am 28. Februar 1997 unter die Lupe nehmen. In einem seiner Interviews betonte er, dass die Partei Necmettin Erbakans nicht verboten, sondern sein Ansehen mit einem Gerichtsprozess parallel zu den Wahlen geschmäht werden solle.
Gülen fügte sich in den Plan der Imperialisten und ihrer Handlanger, den demokratisch gewählten Necmettin Erbakan in jeder Hinsicht zu beseitigen. In den kommenden 16 Monaten stehen drei Wahlen offen. Das gleiche Szenario wurde ab dem 17. Dezember 2013 zum Aufrollen gebracht.
Hätte eine staatlich organisierte Korruption stattgefunden, hätte man das Nationaleinkommen niemals von 150 Mrd. Dollar (in 80 Jahren) auf 800 Mrd. Dollar (in 10 Jahren) steigern können!

Gülen hatte durch das Rumi Forum die Zusammenarbeit mit der RAND Corporation (eine Vereinigung der CIA) mit Stolz zugegeben. Im Bericht der RAND Corporation über die Türkei steht, dass die AKP geschlossen werden sollte, doch als Rollenmodell für die Länder im Nahen Osten bestehen bleiben müsse. Angel Rabasa, der auch Gülens Ansicht in den Bericht integrierte, hielt in dem Bericht folgende Punkte fest: „In einer Phase, in der wir uns teilweise aus dem Nahen Osten zurückziehen, benötigen wir Partner, die den von uns eingesetzten Figuren (Assad, Mubarak u.a.) keine Probleme bereiten und einen eingeschränkten Machteinfluss haben. Wenn Recep Tayyip Erdogan und seine Partei diese Forderungen annehmen, wobei die Demokratie für uns unbestreitbar ist und wir uns gegen ein Parteienverbot aussprechen, dann gäbe es keine Probleme. Doch wenn die Türkei seinen Machteinfluss ausdehnen möchte, dann werden wir zu Schmähungskampagnen greifen und den Kampf bis zu einem Parteienverbot führen. Dafür können wir einen Imam (Gülen) oder einen Möchtegern-Kemalisten, einen Oppositionsführer, der bei Anruf zu unserer Botschaft kommt…“

Mit diesen Worten können wir aus der heutigen Situation entnehmen, dass Erdogan seinen Gegnern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und ihm gegenüber als Gegner eine „religiöse“ Figur für die Schwächung seiner Macht aufgestellt wurde, denn nicht wenige Gülen-Anhänger sehen ihren religiösen Führer als unfehlbar!

Erbakan propagierte das „Milli Görüs“ (Die Gemeinschaft Abrahams=Millet-i Ibrahim), also nicht das das heutige Milli (National), sondern der Begriff aus dem Koran.
Erdogan hingegen „Milli Irade“ (der nationale Wille).
Solange die Gülen-Bewegung vorgibt, für den Frieden auf der Welt zu arbeiten, obwohl sie mit den Vereinigten Staaten und Israel durch die RAND Corporation kooperiert, werden die Korruptionsvorwürfe für die Schließung und Schmähung der Partei nicht enden.


Die verborgenen Akteure vom postmodernen Putsch 1997 konnten damals nicht auf frischer Tat ertappt werden, aber mit dem letzten Putschversuch unter dem Deckmantel der Korruption haben sie jetzt schon die Handschelle an der linken Hand…


Turgay Adalet

Beliebte Posts aus diesem Blog

Türkei: Abstimmung über Verfassungsreform

Gastbeitrag: Musul ve Kerkük'ü kim satti?

Hagia Sophia - Die heilige Sehnsucht