Das Befreiungsmanifest



Entlang unserer Geschichte war es unser Schicksal, immer wenn wir als Nation stärker wurden, immer mit Separatismus, Untergängen, Bedrohungen und Angriffen konfrontiert zu werden – WIR!

Dank ALLAHs Hilfe kamen wir mit diesem Willen selbst aus komplexen Phasen unter Druck heraus, ohne zu verschwinden, ohne geteilt zu werden bis zu diesem heutigen Tag – WIR!

Wir sind eine Nation mit unterschiedlichen Ansichten, aber umso ausgeprägter sind unsere Emotionen. Wie hat eine Nation über lange Epochen seine Existenz bewahren können, über dessen Ansichten seine Gefühle für Differentiationsbemühungen benutzt wurden?

Ganz einfach. Wir sind keine Gesellschaft, so wie wir immer annehmen, dessen Gedanken im Fundament voneinander getrennt sind. Durch Wahrnehmungsspiele wurden nur unsere Ansichten getrennt. Denn tatsächlich begrenzen sich unsere Probleme mit unseren Nachbarn, Arbeitskollegen,  Händlern, Arbeitern und Nicht-Arbeitern auf Parkplätze, Lärm oder wenn der Geselle vom Händler zu spät kommt.

Einige Mächte, die unsere Aufmerksamkeit beeinflussen möchten, lassen uns nur das sehen und hören, was sie möchten. Während wir jahrzehntelang mit Diskrepanzen und Ideologien wie Rechte-Linke, Modernisten-Traditionalisten, Liberalen, Sozialisten, Kapitalist-Antikapitalist, Konservative-Anarchisten, Bedeckte-Unbedeckte beschäftigt waren, haben die Außenstehenden den Schritt in Richtung All gewagt und was haben wir gemacht? Während wir damit herumtrödelten, haben einige ihre Hände in unsere Taschen gesteckt und uns ausgebeutet.

Unter diesem psychologischen Krieg war das unmoralische Image-Bombardement so intensiv, dass sie es geschafft haben, in unserem Unterbewusstsein den nationalen Willen, Glauben, Teilen und Werte, die uns miteinander verbinden, vergessen zu lassen.

Als Nation konnten wir nicht einmal eine Verfassung entwerfen, mit der wir uns selber kontrollieren.
Der Weg der von uns gewählten politischen Regierungen wurde durch die Armee, die Justiz und zivile Dirigenten blockiert. Die eigentlichen Gründer konnte nie das Volk werden.

Wir durften nicht hinterfragen:
„Der Kurde ist unser Kurde, die Gemeinde gehört uns, Linke, Rechte sind wir. Wer bist du überhaupt?
Warum versuchst du meinen Mitbürger gegen mich aufzuhetzen?“

Könnt ihr es auch wahrnehmen?

Irgendetwas bewegt sich. Haltet euch die geographische Karte der Türkei vor Augen.
Die internen und externen Bedrohungen, die uns in der Theorie erzählt wurden und die wir nicht sehen konnten, haben in den angrenzenden Ländern so vieles durcheinander gebracht und stehen jetzt vor der Tür. Sie verraten sich selber, selbst mir ihrem Ein- und Ausatmen. In den letzten Tagen ist ein Gefühl feststellbar, das wir noch nie geschmeckt haben, das wir nicht kennen oder von dem wir denken, dass wir es kennen. Dieses Gefühl hat noch keinen Namen. Vielleicht Brüderlichkeit, Nationalismus, Revolution, Reformen, Frieden, die sich lange Zeit wie ein Balsam auf unserer Zunge abgesetzt haben. Das, was wir fühlen, lässt uns eine noch nie erlebte Erfahrung gewinnen.
Schließlich verstecken wir uns tatsächlich hinter der Lüge, das Land verloren geht. Wir haben angefangen, unsere Tabus für etwas aufzuopfern.

Der Name des „etwas“ lautet WIR!

Wir haben angefangen, ein WIR zu werden!

Wenn man sich die heutige Türkei betrachtet und sieht, dass selbst der größte Sozialdemokrat seine Stimme einer rechts gerichteten Partei geben möchte, so müssen wir bedauerlicherweise feststellen, dass man damit einen Schuss ins Bein der Demokratie schießt. Die aktuelle Regierung unter Erdogan wurde demokratisch gewählt. Vielleicht kommt morgen eine andere Partei mit dem demokratischen Willen des Volkes an die Macht.

Damit keine Anderen unseren Willen aus unserer Hand nehmen und darüber bestimmen können,
wie wir regiert werden, müssen wir für das WIR eintreten, um stopp sagen zu können!

Die Regierung ist heute da, aber den Morgen kann nur ALLAH wissen. Diejenigen, die morgen ihre gewählte Regierung auch von Andersdenkenden akzeptiert sehen möchten, müssen auch für die heutige Regierung eintreten.

Wir müssen nun mit dem ständigen Kampf aufhören und uns Gedanken darüber machen, was für eine Zukunft wir unseren Kindern schenken möchten. Um in Industrie, Landwirtschaft und Wissenschaft Fortschritte verzeichnen zu können, müssen wir Ideen produzieren. Hoffentlich werden wir uns als Nation von den Fesseln an unseren Füßen befreien und zusammen die Freiheit begrüßen.

Es ist wieder ein Befreiungskrieg. SEI NICHT STILL!


FATIH B. DANALIOGLU


( Aus dem Türkischen übersetzt von Turgay Adalet
http://fatihdanalioglu.tumblr.com/post/75608253861/kurtulus-manifestosu )

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