Warum wieder das anatolische Kapital?



Um die politische und kommerzielle  Operation gegen die Türkei verstehen zu können, muss man auch Parallelen zur Vergangenheit ziehen. Es sind dieselben Akteure, das gleiche Spiel!
Dabei muss man sich diese Fragen stellen:
Warum steht immer das anatolische Kapital im Visier der Operationen?
Warum nicht die 'Istanbuler' Konzerne wie KOÇ, ECZACIBAŞI, ÖZYEĞİN, DOĞAN, ŞAHENK etc.?

"Ach, Anatolien ist doch Türkei" könnten einige denken, aber das anatolische Kapital unterscheidet sich vom 'Istanbuler' Kapital:

Die TÜSIAD (Verein türkischer Industrieller und Unternehmer) hat mit ihrer negativen Einstellung beim Verfassungsreferendum 2010 gezeigt, dass sie sich von der Demokratie entfernt hat bzw. wohl nie davon überzeugt war, da sie immer auf der Seite der Putschisten stand.
Außerdem wurden sie eher durch staatliche Unterstützung stärker!
Der jüdische Unternehmer und ehemalige Freimaurer David Kazado, der in der Türkei lebt, meinte über diesen Verein: "Die TÜSIAD ist ein Nebenprodukt der Freimaurer in der Türkei."

Die MÜSIAD (Verein unabhängiger Industrieller und Unternehmer) hingegen wurde 1990 von Unternehmern gegründet, die sich mit den Werten der Türkei verbunden fühlen, an das Potenzial und an die Errungenschaften dieses Landes glauben. 
Trotz aller Hindernisse haben sie beim Wachstum des anatolischen Kapitals mit eigenen Quellen und Möglichkeiten immer die Führungsrolle übernommen.
Vor allem hat dieser Verein auch bei der Demokratisierung der Türkei (Bsp.: Verfassungsreferendum 2010) ihre besondere Unterstützung gegeben.

Am 28. Februar 1997 wurde auch das anatolische Kapital von den Putschisten unter anderem mit Hilfe des TÜSIAD zurückgedrängt, weil sie als "grünes Kapital" abgestempelt wurden. Also das Kapital der Konservativen, die mit der Weltanschauung des gestürzten Necmettin Erbakan im Einklang standen.
Und heute soll das anatolische Kapital mit dem Vorwurf der Korruption wieder liquidiert werden!

Aber jedes Glied dieser Kette, die um das anatolische Kapital gezogen werden möchte, wird von einem Mann gebrochen werden:
Recep Tayyip Erdogan!


Turgay A.

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