Parallelen zwischen Erdogan und Putin - Feinde der Finanzoligarchie



Sie stehen für konservative Politik, Skepsis gegenüber dem Westen, große wirtschaftspolitische Ambitionen und ihre Länder sind Brücken zwischen Europa und Asien – das alles verbindet Vladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan

Die Türkei ist in einer aktuellen „Staatskrise“. Erstaunlicherweise brechen die „Skandale“ in der Türkei zum entscheidenden Moment für die Türkei aus. Im März finden Kommunalwahlen statt, im August Präsidentschaftswahlen und im Jahre 2015 die Parlamentswahlen. Somit stehen der Türkei wichtige Jahre bevor.
In Russland gab es vor einigen Jahren Proteste bezüglich der „kontrollierenden“ Vorgehensweise der russischen Regierung. Man spricht von einem „Rückgang der Demokratie“, fundamentalen Rechten, Freiheiten und Menschenrechten.
Putin wird kritisiert und solle seine „Regierungsweise“ überdenken. Seit einigen Tagen ist die Türkei Thema in den internationalen Medien. Man spricht von „Korruptionsaffären“, der „türkischen Staatskrise“ und der „Putinisierung der Türkei“.
Russland’s Präsident Putin hatte im Jahre 2012 der Korruption den Kampf angesagt. Er unterlag auch den „Korruptionsvorwürfen“ und entließ zahlreiche Minister. Anfang November wurde der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow überraschend entlassen und auch der Vizepremier Surkow.
Der türkische Premierminister wird in den Schlagzeilen internationaler Medien, „der Putin vom Bosporus“ genannt. „Erdogan steuert die Türkei bald wie „Putin“ und „Erdogan hat sich für das Modell Putin entschieden“.

Doch was haben Erdogan und Putin gemeinsam?

Proteste in der Türkei
Es gibt einige verblüffende Gemeinsamkeiten zwischen den aktuellen Protesten in der Türkei und den jüngsten Ereignissen in Russland. Es gibt einen gemeinsamen Nenner sowohl unter den Demonstranten als auch in der Regierung.

Wirtschaftlicher Hintergrund

Die Proteste in der Türkei sind wirtschaftlich motiviert, denn sie liefern die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Türkei einige Erklärung dafür warum sie gerade jetzt stattfinden. Beide Länder steigerten ihr Bruttoinlandsprodukt von einem niedrigen in einen hohen Tausenderbereich. 
Die Auslöser der Proteste sind in beiden Ländern sehr ähnlich. Die Wahlen sind der größte Auslöser für die Proteste. In beiden Ländern waren es jedoch umweltspezifische Anliegen, welche angeblich die Proteste verursachten. Wie z.B  ein Wald in Russland oder der Gezi-Park in Istanbul.
Putin als auch Erdogan sind schon seit über zehn Jahren an der Macht. Beide erhalten Anerkennung für die Stabilisierung ihres Landes nach den chaotischen neunziger Jahren und beide werden heute dafür kritisiert autoritär zu sein.

Wenn Lobbyisten selbst Gesetze machen

Putin säuberte seinen Staatsapparat systematisch von „ausländischen Agenten“ und bereitete damit eine nationale Revolution vor. Daraufhin reagierte die Finanzoligarchie mit einer antirussischen Propaganda. Sie unterstützte Terroristen in Russland, förderte und bezahlte Straßenproteste gegen die russische Regierung.
Genau wie in der Türkei.  Auch Erdogan führt nicht die Befehle der Finanzoligarchie aus, strebt nach nationaler Unabhängigkeit und  steigt mit der Türkei zu einer Macht innerhalb der gesamten Region auf.
Kurz vor den Wahlen überraschen „Korruptionsaffären“ die türkische Regierung. Die Finanzoligarchie hat den „Parallelenstaat“ beauftragt, Korruptionsermittlungen durchzuführen. Sie möchten dadurch Erdogan vom Amt drängen und somit seine Kandidatur zum Staatspräsidenten im Jahre 2015 verhindern.
Sowohl Putin als auch der türkische Premierminister Erdogan erklären offenkundig „ausländische Mächte“ zu Verursachern innerer Unruhen in ihren Ländern.
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan verdächtigt die  „Zinslobby“ hinter den Protesten in der Türkei. Die Lobby versucht, die Türkei zu höheren Zinssätzen zu zwingen. Damit erzielen sie höhere Gewinne. Doch Erdogan hat der „Zinslobby“ den Kampf angesagt.
„Wir werden die Lobby aber nicht in Ruhe lassen, denn sonst würde die Kaufkraft aller Türken sinken“, betont er in seiner Rede im Juli 2013.
Wenn man der Finanzoligarchie nicht gehorcht, wird man automatisch zum „Diktator“ und sowohl zum „Feind“ erklärt –  hauptsächlich durch die Medien, die unter der Kontrolle der Lobbyisten sind.



S.S.

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