Gülen-Bewegung: Öl und Ananas



Manche spielen mit Öl!
Manche mit Feuer!
Manche mit ‚Ananas‘!
Und manche mit Feuer und Öl!

Dass Uganda so viele Ölreserven wie Saudi-Arabien hat und deshalb im Visier der Imperialisten steht, ist kein Geheimnis. Doch lange Zeit galt die Gülen-Bewegung als eine Gemeinde, die mehr für die Anhänger arbeitet und ihren Gewinn in gemeinnützige Projekte investiert. Keine Frage, sie haben auch an großen Hilfsprojekten teilgenommen, in fast allen Kontinenten Schulen eröffnet, Olympiaden veranstaltet usw.
Doch in den jüngst veröffentlichten Telefongesprächen entpuppte sich diese Gemeinde als ein Konzern, der mit anderen großen Konzernen kooperiert! Vor allem mit dem ‚Istanbuler Kapital‘!

Hier zwei Ausschnitte aus den Telefonaten zwischen F. Gülen und seinem Gesprächspartner, der sich heute als der TUSKON (Turkish Confederation of Businessmen and Industrialists) Generalsekretär Mustafa Günay herausstellte:

M.G.: Unsere Freunde bekamen ‚Ananas‘ aus Uganda. Ich habe es ihnen zugeschickt.
Dieser KOC (Holding) hat einen Dankbrief geschrieben. Habe ihn angerufen und auch mit seinem Assistenten gesprochen. Über das Thema mit der Raffinerie habe ich mit KOC nicht geredet.
Fatih Baltaci hat seine zwei ausländischen Geschäftspartner kontaktiert, aber sie sind nicht daran interessiert. Akin Ipek hat auch kein Interesse an den Raffinerien. Sollen wir diese der KOC Holding vorschlagen? Eine andere Alternative fällt uns nicht ein.
F. Gülen: Ja, von mir aus ist das möglich. Somit hätte man es auch bei ihnen gut.

(Was meint Günay mit Ananas? Sind diese aus Uganda saftiger? Meint er damit Diamanten?)

M.G.: Herr Gülen, wir haben Anrufe erhalten. Der Präsident Ugandas hat sich auch gemeldet. Es geht um eine Raffinerie. Er wäre mit einem großen Unternehmen aus der Türkei zufrieden. Sollen wir der KOC Holding dieses Angebot machen? Sie sind auch daran interessiert.
F. Gülen: Gibt es ein anderes Unternehmen, das diese große Verantwortung übernehmen könnte?
 M.G.: In unserem Umfeld haben wir kein anderes Unternehmen. Die Großen in der Türkei investieren lieber im eigenen Land. Uganda möchte mit denen arbeiten, die sie bestimmen. Wenn Sie möchten, können wir erst einmal daran arbeiten und dann erst entscheiden.
F. Gülen: So können wir das machen. Am besten welche, die auf unser Wort hören, also damit meine ich Unternehmer, die uns später keine Problem bereiten. Wenn es nicht klappt, dann entscheiden wir uns für sie (KOC).

Es ist die Rede von einer Ölraffinerie.
Lasst uns einen Blick in die Vergangenheit werfen…

Der englische Ölkonzern Tullow Oil hat 2006 Öl im Albertsee gefunden, der auf der Grenze von Uganda zur Demokratischen Republik Kongo liegt. 1,5 Mrd. Barrel Ölreserven, von denen man 30% abschöpfen konnte.
Danach wurde wieder einem englischen Konzern Heritage Oil Bohrplattformen zur Verfügung gestellt, die auch Öl finden konnten.
Somit stiegen die Prognosen über die vorhandenen Ölreserven. Erst 3,5 Mrd., dann 5 Mrd. und zuletzt 8 Mrd. Barrel.
Die Großen, die den Geruch des Öls in der Nase spürten, konzentrierten sich auf Uganda:
‚Total‘ (Frankreich)
‚Cnooc‘ (China)

Für 2,9 Mrd. Dollar haben sie 1/3 vom englischen Konzern Tullow Oil erworben.

Mit der Abschöpfung von Öl ist man längst nicht fertig.
Rohrleitungen für den Transport und Raffinerien für die Verarbeitung müssen her.
Uganda, Ruanda, Kenia und Südafrika haben ein gemeinsames Projekt entwickelt:

In Uganda eine Raffinerie aufbauen, bis an den Hafen Lamu in Kenia eine Rohrleitung auslegen für den späteren Export von Öl.
Bis 2015 soll dieses Projekt fertiggestellt werden.

Die ugandische Regierung hat für das Projekt eine internationale Auktion eröffnet.
Der Präsident Ugandas Yoweri Museveni übernimmt die Verantwortung dafür.
Er steht im Kontakt mit den interessierten Unternehmen.
Für das Projekt wurde das System der „Einkommensverteilung“ angeeignet.

Nachdem die Telefonate veröffentlicht wurden, haben führende Personen der Gülen-Bewegung dem TUSKON-Generalsekretär Günay diese Fragen gestellt:
Wusstest du, dass wir abgehört wurden?
Warum hast du das Thema mit dem 'Ananas' erwähnt?
Warum hast du die Namen der Unternehmer genannt?

Hmm. Haben sie etwas zu befürchten? Sehr merkwürdig!

Natürlich dürfen auch religiöse Gemeinden in der Wirtschaft aktiv werden,
wobei die Gülen-Bewegung ohnehin schon mit ihren unzähligen Nachhilfeschulen weltweit hohe Einnahmen erzielt, aber mit der Vermittlung von Ölraffinerien an Großkonzerne verliert sie auch ihre Glaubwürdigkeit und ihre Rolle als Akteur in einem Milieu, das das Leben nicht als unendlich betrachtet!

Unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der KOC Holding, die die Gezi-Proteste in Istanbul unterstützt hat, spielt die Gülen-Bewegung nicht nur mit Öl, sondern auch mit dem Feuer...




Turgay Adalet

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