Die IHH - Im Visier seiner alten Feinde



Das Warten hat sich gelohnt. Wir wollten eigentlich schon am ersten Tag über diesen Fall berichten, aber manchmal muss man abwarten, bis die Steine sich einigermaßen geordnet haben oder geordnet werden!

Vor zwei Tagen wurde ein LKW der IHH auf dem Weg nach Syrien in Hatay/Türkei von den türkischen Streitkräften angehalten, weil in ihm angeblich Kriegsmaterialien transportiert wurden.
Die regierungskritischen Zeitungen bombardierten sofort mit Nachrichten, obwohl von öffentlichen Stellen keine Stellungnahme abgegeben wurde. Der Geheimdienst MIT hätte die Durchsuchung des Transporters verhindert.
Gerade in den Zeitungen Zaman (Medienorgan der Gülen-Gemeinde) und Bugün, die als erste diese Nachricht veröffentlicht haben, findet man heute keine einzige Zeile über den Fall. Ein Fiasko für Journalisten, die sich augenscheinlich der Seriosität verschrieben haben!
Und obwohl diese Meldung dementiert wurde, haben die englischen Zeitungen Financial Times und The Times die Nachrichten über die IHH fortgesetzt!

Der Innenminister Efkan Ala und der IHH-Chef Bülent Yildirim haben diese Behauptungen dementiert und betont, dass die Hilfsgüter an die Turkmenen geliefert werden.
Aktuellen Informationen zufolge soll der Staatsanwalt Özcan Sisman den Hilfstransporter auf Anweisung der ‚parallelen Machenschaft‘ in der Justiz angehalten haben.

Um die Geschehnisse von heute verstehen zu können, muss man in die Vergangenheit blicken!
Erst einmal muss man erwähnen, dass die IHH seit 2010 in Deutschland verboten ist, weil sie „unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe bewusst und gezielt Organisationen unterstützt, die der Hamas zuzurechnen sind oder die ihrerseits die Hamas unterstützen“. (Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums vom 12. Juli 2010)
Die Schmutzkampagnen Israels in lokalen und internationalen Medien gegen die IHH liefen vor allem nach dem Fall ‚Mavi Marmara‘ auf Hochtouren. Nach Mahnbriefen der IHH an diese Medienorgane und juristischer Vorgehen wurden falsche Meldungen wie „Die IHH liefert Waffen“ zurückgezogen! Die Iranische Nachrichtenagentur kopierte die Behauptungen der englischen und israelischen Zeitungen, wobei die Sprache und die Informationen wie von Geheimdiensten serviert klangen!
Nachdem der US-Botschafter Stevens in Libyen ermordet wurde, wurde der Versuch unternommen, die ankommenden Hilfsgüter als Waffen zu melden und die IHH mit in das Komplott hineinzuziehen!
Außerdem forderten der Europäische Jüdische Kongress (EJC) und der Koordinierungsrat der Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus 2010 die EU auf, die IHH in die EU-Terrorliste aufzunehmen – ohne Erfolg!

An dieser Stelle möchte ich drei Fragen stellen.
Kann man die israelische Politik nicht kritisieren, ohne einmal als Antisemit abgestempelt zu werden?
Wer liefert den Kriegsparteien in Afrika, Syrien, Ägypten, Irak usw. in großen Mengen Waffen?
Alle drei Weltreligionen verbieten das Töten, doch sobald ein Moslem tötet, wird seine Religion in den Schmutz gezogen, aber amerikanische Soldaten werden im Nachhinein als psychisch krank und damit für unzurechnungsfähig erklärt oder erst gar nicht in Rechenschaft gezogen! Möge jeder Mörder unbeachtet seiner Nation und Religion die gerechte Strafe bekommen!
Und was ist mit den Kriegstreibern, der Waffenindustrie im Hintergrund? Für diese sollte man eine separate Terrorliste erstellen! Die größten Kriegsverbrecher!!!
Es gibt auch genug Juden, die Israel kritisieren! Von denen redet aber keiner, weil sie als Verräter ausgestoßen werden! Doch dazu in Zukunft mehr!

Kehren wir nun zurück zu unserem eigentlichen Thema.
Spätestens nach dem Angriff israelischer Soldaten gegen die Hilfsflotte ‚Mavi Marmara‘ 2010 kam die Krise zwischen der IHH und der Gülen-Gemeinde ans Tageslicht, weil die Haltung der GG trotz der getöteten 9 Menschen damals und heute als proisraelisch eingestuft wird.
Denn Fethullah Gülen war der Meinung, dass die IHH ohne die Erlaubnis Israels gegen dessen Autorität verstoßen hätte!
Andere Hilfsorganisationen zur IHH: „Habt ihr gesehen, wenn wir Hilfe leisten möchten, werden uns keine Steine in den Weg gelegt“. Dies klingt so, als hätten sie für die Wahrnehmung, die IHH sei eine von und für Terror lebende Stiftung, gearbeitet!
Erst wurden sie zu einer radikalen Vereinigung erklärt, dann mit den Handlangern in der Türkei Anklageschriften gegen sie vorbereitet und jetzt der Vorwurf der Waffenlieferung nach Syrien!

Gründe, warum die IHH im Visier steht:

-          Israel kann den Bruch seiner Autorität durch die von der IHH gemietete türkische Hilfsflotte ‚Mavi Marmara‘ nicht vergessen!
-          Sie ist die einzige Stiftung, die sowohl mit den Rebellen als auch mit der syrischen und iranischen Regierung in Kontakt stehen und diplomatische Schritte eingehen kann!
-          Unter den schwersten Bedingungen haben sie den syrischen Flüchtlingen Hilfe geleistet und sind eine Stiftung, die ihre LKWs an der Grenze zu Syrien stationieren können!
-          Sie helfen den in Not und in Gefahr lebenden Muslimen! Und nicht nur Muslimen!
In 136 Staaten!
-          Während die Welt ihre Augen verschließt, haben sie trotz großer Risiken den Palästinensern geholfen!
-          Unter anderem durch die IHH wurde das Image der Türkei von einem schwachen Land zu einem „Freund und Helfer in Not“ verbessert!
-          Wenn diese Behauptungen einen festen Untergrund hätten, könnte man die IHH in die
EU-Terrorliste aufnehmen! (siehe; Versuche 2010)
Somit würden auch die Spenden aufhören und das Ende der Hilfsorganisation besiegelt sein.
Somit wäre auch das Image der türkischen Regierung am Boden! (man erinnere sich an Deniz Feneri, über die man die Regierung verleumden wollte)

Was haben die Vereinten Nationen bezüglich des Giftgasangriffs in Syrien gemacht?
Wurden die Mörder in Rechenschaft gezogen? Alle dürfen sich gegenseitig abschlachten!
Die Reaktion der UN wäre ohne Zweifel hart gewesen, wenn doch die Täter und Opfer keine Muslime (gewesen) wären! Man erinnere sich an das Massaker von Srebrenica, wobei die Opfer größtenteils Muslime waren!

Jetzt kommt’s!
Die UN, die bezüglich der syrischen Flüchtlinge die Türkei nicht unterstützt, möchte, dass die nach Syrien fahrenden LKWs kontrolliert werden. Nur zu!
Wenn die Vereinten Nationen so sehr an das Wohl des syrischen Volkes denken, dann sollen sie auch die Flüchtlinge in der Türkei unterstützen! Aber die Türkei ist nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen! ;)
Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos: „Wir möchten, dass die Hilfsgüter über normale Wege die Menschen erreichen. Die syrische Regierung hatte das Verfahren der Spendenannahme vorher schon deklariert“.

Sehr interessant!
Das eigene Volk bombardieren, aber Spenden durchgehen lassen?
Wo doch hungernde Menschen Katzen essen müssen!
Dann soll er mit dem Bombardement aufhören!
Das kann die UN von ihm nicht verlangen, aber möchte die LKWs kontrollieren lassen!

Eine schlechte Nachricht für die Gegner der IHH:


Die IHH wird in diesem Winter mindestens 1000 LKWs mit Hilfsgütern nach Syrien schicken!


Turgay Adalet

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