Alle Schwachköpfe gegen das Genie

Recep Tayyip Erdogan

Die Türkei ist seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten im Fokus unterschiedlicher Mächte, die das gleiche 
Ziel verfolgen. Eine Kolonialisierung ist nicht möglich, aber eine Einschränkung seiner Macht und die Unterwanderung durch Menschen, die ihre kulturelle, religiöse und nationale Identität verstecken, womit
sie es leichter haben, die muslimische Identität der Türken zu schwächen.
Der aufkommende Nationalismus vor und nach der Gründung der Türkischen Republik hat eine gespaltene Gesellschaft hervorgerufen. Diese jüdischen und armenischen Minderheiten wurden zu Zeiten Mustafa Kemal Atatürks 'zwangstürkisiert', aber haben ihre eigentlichen Wurzeln nie ganz aufgegeben, welches ich nicht kritisiere. Doch mit der Besetzung hoher Positionen in Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft haben sie nicht immer für die nationalen Interessen der Türkei gearbeitet.

Es ist weniger tragbar, wenn der Feind von innen gegen die Türkei arbeitet als der außenstehende Feind.
Die Absichten und Ziele der Außenstehenden kann man leichter durchschauen als die der inneren 'Konkurrenz'. 
Jahrzehntelang hat der Türkische Geheimdienst MIT für den Westen gearbeitet, ja sogar die Löhne teilweise von ihnen erhalten. Viele Unternehmer haben ihre Taschen aufgefüllt und größtenteils für den Westen gearbeitet. Die Politiker gingen auch diesen Weg und hielten die Gesellschaft mit der Bedrohung einer Islamisierung der Türkei in Schach, mit der Begründung, dass der Laizismus in Gefahr sei, wobei die kemalistischen Medien diesen Gedanken immer und immer wieder frisch gehalten haben und immer noch tun.

Die Türkei ist seit der AKP-Regierung in einer Phase, in der sie sich von diesen veralteten Gedanken löst und zugleich mehr und mehr nationale Interessen verfolgt. Es ist unschwer zu erkennen, dass die Kollaborateure den Staat in jeder Hinsicht verraten haben und bereit waren sogar diese Regierung zu stürzen, wobei dies wiederum dem Westen zu gute käme. Am 28. Februar 1997 hatten die gleichen Mächte die Regierung von Necmettin Erbakan, den Lehrer Erdogans, mit einem postmodernen Putsch verscheucht.

Heute haben sich die Feinde von gestern gegen den Premier Erdogan und seine Partei verbrüdert und verbündet. Selbst die konservativen Medienorgane wie Samanyolu TV, Zaman etc. benutzen in ihren Zeitungen die Sprache der kemalistischen und westlichen Medien und gehen sogar meist darüber hinaus, obwohl sie bis vor ein paar Monaten der Regierung nahe zu stehen schienen.
Man könnte auch annehmen, dass sie vielleicht 'das wahre Gesicht' der Regierung gesehen hätten und deshalb so handeln. Doch wenn es um Profit geht, ändert sich sogar die Beziehung der engsten Brüder zueinander.

Die islamische Gülen-Bewegung unterstützt laizistische Politiker und schmiedet Pläne, um die Megametropole Istanbul aus der Hand Erdogans zu nehmen. Sie betreiben in jeder Instanz eine Propaganda, die von Kemalisten mit Beifall begrüßt wird. Gerade die Kemalisten, die für die Emigration Fethullah Gülens aus der Türkei verantwortlich waren, weil ihm vorgeworfen wurde (wohl mehr als nur ein Vorwurf), den türkischen Staat islamisieren zu wollen.
"Man muss die Stellen im Justiz- und Innenministerium, die man in seine Hand bekommen hat, erweitern. Diese Einheiten sind unsere Garantie für die Zukunft", meinte er in einer seiner Reden.

Wenn die Kemalisten von der Gülen-Gemeinde, die sie nicht leiden können, einen Sieg gegen die türkische Regierung erhofft und den Sturz erwartet, dann kann nur der Premierminister mit seinen Anhängern als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen.

Turgay A.

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